Frühjahrs-Check für E-Bikes und Pedelecs

0
Mit dem E-Bike in den Frühling radeln.

Frühling – die grünen Triebe wachsen und mit ihnen die Lust mit dem Pedelec unterwegs zu sein. Damit das geliebte E-Bike nach dem Winter wieder eine echte Alternative zum Auto oder ÖPNV ist, sollte es einen gründlichen Frühjahrscheck erhalten. Denn gerade Elektrofahrräder bieten einige Besonderheiten.

Die Laufräder – Der Kontakt zur Straße

Zunächst ist das “Geläuf” zu überprüfen. Dazu zählen sowohl Mantel, Schlauch wie auch die Felge inklusive Speichen. Beim ersten Blick auf die Reifen lässt sich schnell feststellen, ob die Reifen schon rissig und oder spröde sind.

Tipp: Die komplette Luft aus den Rädern entweichen lassen. So lässt sich den Mantel leicht verwinden und es zeigen sich schneller Risse und Beschädigungen. Dabei gleich auf Fremdkörper und die Profiltiefe (bei S-pedelecs minimum 1mm) achten!

Um Sicher zu gehen bietet es sich ebenfalls an, den Mantel zu entfernen und den Schlauch zu überprüfen. Hier sollte der Fokus auf vorhandenen Beschädigungen liegen. Wer auf diesen aufwändigen Schritt verzichten möchte, kann die Reifen aufpumpen und schauen ob nach ein paar Stunden noch der gleiche Druck vorhanden ist. Für den maximalen Reifendruck unbedingt die Herstellerangaben beachten. Bei 28 Zoll Rädern liegt er in der Regel bei etwa 6 Bar. Allerdings hat hier jeder seine eigene Vorliebe in Sachen Härte der Reifen – daher einfach etwas ausprobieren.

Die Bremsen – Sicher zum Stillstand kommen

Damit das E-Rad auch in der neuen Saison schnell zum Stehen kommt ist eine Überprüfung der Bremsanlage absolute Pflicht. Bei Felgenbremsen ist sehr leicht zu erkennen ob die Bremsbeläge bereits hinüber sind oder noch ihren Zweck erfüllen. Eine ordnungsgemäße Bremse bleibt beim Bremsen plan auf der Felge und verrutscht nicht. Gegenbenfalls die Schrauben lösen und den Bremszug nachspannen. Dabei auch auf die gleichmäßige Bremsverteilung der Seiten achten.

Tipp: Falls die Felgenbremse bei der Bremsung quietscht, sollten die Bremsbeläge nach hinten etwas abstehen. Um einen gleichmäßigen Abstand zu erreichen bietet es sich an, bei der Justierung im hinteren Bereich auf beiden Seiten jeweils eine Cent-Münze unterzuschieben.

Scheibenbremsen neigen nach langer Standzeit besonders zur Korrosion. Dadurch ist die Reaktion der Bremsen meist sehr heftig. Um daraus resultierende Stürze zu vermeiden sollten die ersten Fahrten besonders vorsichtig durchgeführt werden.

Die Lichtanlage – Sichtbarkeit zu jeder Tageszeit

Auch im Frühling bleibt die Sonne nicht ewig am Himmel. Um auch in der Dunkelheit gesehen zu werden ist es besonders wichtig die Lichtanlage zu überprüfen. Bei E-Bikes mit Beleuchtung durch den Akku sollten besonders die Kabel zwischen Beleuchtungseinheit und Akku überprüft werden. Weisen diese Beschädigungen auf, sind sie feucht geworden oder gibt es Rost an wichtigen Verbindungselementen?

Wird das Licht durch einen Dynamo erzeugt benötigt auch hier die Verkabelung einer Überprüfung. Funktioniert das Licht trotz guter Verkabelung nicht, ist in der Regel der Dynamo defekt.

Batterieleuchten sind absolut wartungsfreundlich. Wurden selbige länger nicht benutzt unbedingt nach den Batterien schauen. Sind diese bereits ausgelaufen unbedingt Lampe und Batterien über den Sondermüll entsorgen. Batterieflüssigkeit ist stark ätzend und sehr gefährlich.

Schalten und Walten

Kette und Schaltung sollten stets sauber gehalten werden. Nur so lässt sich eine reibungslose und möglichst geräuscharme Funktion gewährleisten. Während beim Umwerfer und dem Ritzel eine grobe Reinigung ausreicht, sollte die Kette mehr Plege erhalten. Nach einer umfassenden Reinigung lässt sich dann die Kette ölen. Anschließend mit einem Tuch das überschüssige Fett oder Öl abwischen.

Tipp: Für eine gute Kettenpflege eignen sich besonders gut ausrangierte Zahn- oder Spühlbürsten. Einfach die Bürsten aufeinander legen und mit einem Klebeband umwickeln. Fertig ist der perfekte Kettenreiniger.

E-Bike-Akkus – Die Kraft aus dem Saft

Neben dem Motor sind Akkus das Herzstück eines jeden E-Bikes oder Pedelecs. Sie sorgen für ausgedehnten Fahrspaß oder großen Frust wenn die Batterie leer gefahren ist. Aus diesem Grund sollte man selbige auch besonders aufmerksam behandeln. Ist ein E-Bike-Akku über längere Zeit nicht aufgeladen worden, kann es sein, dass er sich entladen hat. Die optimale Ladetemperatur liegt bei etwa 15 bis 20 Grad Celsius.

Tipp: Um den Akku an kalten Frühlingstagen zu schonen bieten sich Akkucover aus Neopren an. Wem diese zu teuer sind, kann sich aus alten Taucheranzügen oder -Hosen einfach eigene Cover basteln.

Besuch beim Fachhändler – Die Jahresinspektion

Oft fehlt die Zeit oder die Fähigkeit sein Rad selber zu überprüfen. Für all jene ist der Besuch in der nächsten Fahrradwerkstatt die optimale Lösung. Für etwa 50 Euro bieten die meisten Fachgeschäfte mittlerweile eine Inspektion an. Großer Vorteil dabei: Der Profi erkennt Defekte und Mängel wesentlich schneller und besser als der Laie. Teure Folgeschäden lassen sich dadurch vermeiden.

Tipp: Nicht alle Fahrradhändler kennen sich mit der Technik von E-Bikes und Pedelecs aus. Um den persönlichen E-Bike-Fachmann in der Nähe zu finden lohnt sich ein Blick auf den eBike-Finder. Einfach anmelden, Termin buchen und wieder sicher E-Bike fahren.

LEAVE A REPLY