ABS Leuchte von Bosch 2018

Ab Herbst 2017 sind die ersten Pedelecs mit den neuen Anti-Blockier-System von Bosch im Verleih. Wir machten schon jetzt den ersten eBike ABS Test.

Bosch hat eine Weltneuheit entwickelt: Die erste serienreife ABS-Technologie für Pedelecs.  Anwendung wird es zunächst in City- und Touren-e-Bikes finden. Auf solchen Modellen mit Performance Line Antrieb haben wir das eBike ABS getestet – im Go-and-Stop-Verfahren.

eBike ABS Test Modelle mit voller Ausstattung

eBikeNEWS Fahrtest bei Bosch eBike Systems

Auf der Sneak Preview Veranstaltung von Bosch 2018 ließ sich das Pedelec-ABS zum ersten Mal testen. Eine Probefahrt ist auf jeden Fall sinnvoll, denn es braucht etwas Übung, bis man sich an das Bremsen mit dem Bosch eBike ABS gewöhnt hat. Dies liegt daran, dass Radfahrende dazu neigen, fast nur die Hinterradbremse einzusetzen. Genau weil sie Probleme wie ein wegrutschendes Vorderrad oder ein Hochsteigen des Hinterrads verhindern wollen.

Bosch eBike ABS Kontrolleinheit und Kabel

Dabei kann die höchste Bremsleistung am Vorderrad erbracht werden. Denn beim Stoppen des Rads wandert das Körpergewicht aufgrund der physikalischen Trägheit nach vorne. Dementsprechend ist mehr Druck auf dem vorderen Reifen, und damit das Bremsen effizienter. Zunächst üben wir also, beide Bremshebel einzusetzen, um anschließend die Hinterradbremse nach und nach wegzulassen. Dann geht es auf die Teststrecke, die aus drei Teilen besteht.

Bremsspuren vom eBike ABS Test
Bremsspuren vom eBike ABS Test

1. Bremsen auf dem Schotterweg meistern

Auf einem Schotterweg beschleunigt man auf normale Reisegeschwindigkeit – und bremst. Anfangs noch ziemlich vorsichtig, schließlich flösst rutschiger Kieseluntergrund den meisten Radfahrenden Respekt ein, dann mutiger und schneller. Und siehe da, das ABS funktioniert, auch bei Tempo 25. Weil das Vorderrad nicht blockiert sondern dosiert abgebremst wird, bleibt es in der Spur ohne zur Seite weg zu driften.

Anfangs machten die über Jahre angewöhnten Ausgleichsbewegungen – Rausstellen des Fußes, hektische Schlenker zur Wahrung der Balance -, mit denen man sonst ein Wegrutschen verhindern möchte, ein paar Probleme. Aber sobald der Körper gemerkt hat, dass sich das eBike nun anders verhält, kann man das automatisierte Verhalten abbauen.

2. Schreck-Bremsung: Aber sicher!

Anschließend zeigt das System, was es auf griffigem Boden leisten kann. Auf einer Asphaltstrecke simulieren wir eine abrupte Vollbremsung. Gerade in der Stadt kann eine solche Situation häufig vorkommen. Schnelle Fahrt auf dem Radweg, plötzlich läuft ein Kind in den Weg oder eine Autotür geht auf. Reflexartig steigt man voll in die Eisen. Wenn dabei die Vorderradbremse komplett gezogen wird, das Rad also blockiert, kommt es zum Hochsteigen des Hinterrads. Häufig verbunden mit einem gefährlichen Abgang über den Lenker. Dies soll das Anti-Blockier-System verhindern. Durch einen Abgleich der Radgeschwindigkeiten wird das Vorderrad um genau die Millimeter weiter bewegt, die es braucht, um eine Blockade abzuwenden und die Räder im Einklang und damit am Boden zu halten.

Dabei verlängert sich – gefühlt – der Bremsweg etwas. Aber im Vergleich zum Effekt eines blockierten Vorderreifens ist das nicht der Fall. Denn ohne ABS schlittert der Reifen über den Grund, das Material reibt sich ab statt Reibung und damit ein Abstoppen zu erzeugen. Es besteht kaum Einfluss auf die Länge des Bremswegs. Mit zwischengeschaltetem ABS bleibt das Vorderrad im direkten Kontakt mit dem Boden, Asphalt und Reifengummi greifen ineinander, was einen kontrollierten Halt ermöglicht.

3. Kombination rutschig – griffig

Als drittes Übung-Szenario diente eine Kombination aus griffigem Asphalt mit gelegentlichen Sand und Kiesel-Flecken. Zu diesem Zeitpunkt war das Bremsen mit beiden oder gar nur dem Vorderrad-Bremshebel schon eingeübt, daher ließ sich die unangenehme Verbindung von hartem und rutschigem Untergrund mit einigem an Selbstbewusstsein ansteuern. Auch hier war es ein ungewohntes Gefühl, das eBike wie auf Schienen steuern zu können.

Touren eBike ABS Test Ausstattung

Fazit des eBike ABS Test

Zwei Eindrücke bleiben hauptsächlich vom Bosch eBike ABS Test: Es erfordert ein bisschen Übung, ein verändertes Bremsverhalten mit vollem Einsatz der Vorderradbremse an den Tag zu legen. Aber sobald das einigermaßen klappt, stellt sich ein ganz neues, ungewohntes Sicherheitsgefühl ein. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten und schwierigen Bodenverhältnissen kann das eBike kontrolliert gebremst werden, und bleibt dabei stabil in der Spur.

Das zusätzliche Gewicht von fast einem Kilogramm des eBike ABS hatte keinen merklichen Einfluss auf das Lenkverhalten. Allerdings erfolgte die Probefahrt auf von vornherein recht schweren Touren-Pedelecs. Wie sich das Bosch Anti-Blockier-System für Elektrofahrräder in anderen Modellen macht, bleibt abzuwarten. Ein von der Dekra produziertes Video zeigt und beschreibt, wie das ABS das Bremsverhalten des eBikes verändert.

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