Jabra Storm im Test: Bluetooth Headset für Sturm und Wind

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Das Jabra Storm ist ein Bluetooth-Headset für iPhones, Android-Smartphones und andere Handys, das Telefonieren auch bei starkem Wind und sogar Sturm verspricht. Gerade auf einem E-Bike oder Fahrrad ist diese Eigenschaft während der Fahrt enorm wichtig. Wir haben es getestet – auf Funktionalität und vor allem Sprachqualität. Jabra ist neben Plantronics einer der Platzhirschen bei den Bluetooth-Headsets. Das Jabra Strom verspricht erstens eine gute Verständigung bei starken Windgeräuschen am Ohr. Zweitens soll es auch zum Beispiel Sprachanweisungen einer Navigationsapp oder auch Internet-Radio und andere Audio-Streams kabellos und in guter Qualität hörbar machen.

Lieferumfang mit Windbrecher

In der durchsichtigen Verbpackung des Jabra Strom befindet sich als Zubehör ein USB auf Micro-USB-Kabel zum Laden des Headsets. Außerdem liefert der Hersteller einen zweiten Aufsatz für den Tongeber mit, der besonders komfortabel im Ohr sitzen soll.

Besonders wichtig ist jedoch der Windschutz. Dabei handelt es sich um eine kleine Schaumstoff-Hülle, die sich über den Mikrofonteil des Headsets schieben lässt. Sie soll vermeiden, dass starke Windgeräusche überhaupt an die Mikrofonkapsel gelangen.

Das Headset selbst ist sehr leicht. Es wiegt gerade einmal 7,9 Gramm und soll bis zehn Stunden für Telefonie  zu nutzen sein. Für den Standby-Modus gibt der Hersteller bis zu zehn Tage an.

Ein NFC-Tag soll das schnelle Koppeln mit einem entsprechenden Telefon durch simples Berühren der beiden Geräte gewährleisten. An der Außenseite befindet sich ein Ein- und Ausschalter zum Schieben. Er ist sehr wertig ausgeführt und rastet gut ein. Ein Wippschalter erhöht oder verringert die Lautstärke.

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Besonders wichtig ist die Taste für die Rufannahme und das Beenden von Telefonaten. Sie fällt auf den ersten Blick kaum auf, da sie am Ende des Mikrofonarms sitzt. Durch einfaches Zusammendrücken wird sie aktiviert. Bei längerem Druck aktiviert sie die Spracherkennung des Smartphones – zum Beispiel Siri beim iPhone.

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Der Micro-USB-Ladeanschluss ist unter einer Plastikklappe verborgen. Sie zu öffnen erfordert etwas Übung und gute Fingernägel. Zwei Stunden benötigt das Headset für eine volle Ladung.

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Funktionen und Tragekomfort

Hinter dem Ohr trägt sich das Jabra Strom sehr gut, wobei der Ohrhörer leicht in die Ohrmuschel gedrückt werden muss. Nach ein paar Mal aufsetzen und wieder abnehmen, sitzt dieser Vorgang. Allerdings sind dazu meist beide Hände notwendig. Mit einer Hand gelingt es zwar irgendwie auch, doch wegen des sicheren Festklemmens hinter dem Ohr nicht ganz so routiniert. Gerade wenn ein wichtiger Anruf eingeht, sind meist beide Hände die bessere Alternative.

Das Jabra Storm ist sowohl für das linke als auch für das rechte Ohr geeignet. Dafür lässt sich der Lautsprecherbereich um 180 Grad drehen.

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Für den ersten Betrieb ist das Headset mit einem Handy zu koppeln, entweder per Bluetooth oder noch einfacher per NFC. Bis zu acht Telefone lassen sich mit dem leichten Gerät verbinden, wobei zwei ständig gekoppelt sein können. Das ist praktisch, falls jemand beispielsweise zwei Smartphones gleichzeitig betreibt. Dann lässt sich zwischen den Handys schnell umschalten und das jeweils aktuelle Telefonat über das Headset führen.

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Die Redaktion hat das Headset über mehrere Wochen getestet und ist vom Tragekomfort und dem Handling überzeugt. Es schmiegt sich um das Ohr und ist wegen seines niedrigen Gewichts kaum spürbar. Nach wenigen Minuten ist es vergessen. Allerdings haben wir mehrmals den Ohrhöreraufsatz sowie den Windschutz verloren. Sobald das Headset ungeschützt in die Jacken- oder Manteltasche gesteckt wird und sich vielleicht noch ein Schlüssel darin befindet, schiebt sich der Schaumstoff vom Mikrofon und löst sich der Gummiaufsatz von dem Ohrhörer.

Sprachführung und Steuerung

Das Headset verbindet sich sofort mit dem Handy, sobald es eingeschaltet wird und Bluetooth beim Telefon aktiviert ist. Per Audio erhält der Nutzer folgende Informationen:
  • Connected
  • Battery low
  • Redialling
  • Disconnected
  • To connect your headset, go to the Bluetooth menu on your phone and select it from the list
  • To answer call say ‘yes’ or ‘no’

Die wohl wichtigste Funktion ist die Spracherkennung bei einem eingehenden Anruf. Einfach „Yes“ oder „No“ sagen und der Anruf wird angenommen oder abgewiesen. So bleiben theoretisch die Hände am Lenker ohne das Handy aus der Tasche holen zu müssen. In der Praxis ist dies aber kaum der Fall. Wer auf dem E-Bike oder Fahrrad fährt, möchte nicht unbedingt jedes Gespräch, welches eingeht, annehmen. Ist es ein wichtiger Anruf des Chefs, der Kontrollanruf der Mutter oder eine unbekannte Nummer? Das alles ist nur direkt am Handy ablesbar, was den grundsätzlichen Ansatz alles am Headset steuern zu können konterkariert. Andere Headsets haben daher eine Sprachausgabe integriert, die den Anrufer eindeutig ankündigt.

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Immerhin nutzt das Jabra Strom die Spracherkennung des Smartphones. Bei iPhones ist das „Siri“ und bei Android-Telefonen „Google now“. Nach einem Druck von einer Sekunde auf den Mikrofonarm aktiviert sie sich. Danach lassen sich alle Funktionen der Spracheingabe nutzen – zum Beispiel die Nummer eines Kontakts wählen oder den Wetterbericht ansagen lassen.

Natürlich sind einige Funktionen per Bedienelemente am Headset zu steuern. Neben der Lautstärkeregelung am Wippschalter lässt sich mit der Taste am Mikrofon ein Anruf annehmen, ablehnen oder beenden. Auch das Umschalten zwischen einem gehaltenen und aktiven Anruf ist damit möglich.

Der Hersteller bietet für Android-Geräte und iPhones die Jabra Assist-App kostenlos an. Sie bietet Zusatzfunktionen – so das Auffinden des Headsets. Dazu speichert die App, die letzte GPS-Position an der das Headset mit dem Smartphone verbunden war.

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Sprachqualität und Audiowiedergabe

Radio hören über eine App wie Tunin oder auch Sprachanweisungen dezent von Navigationssoftware wie Google Maps, Navigon oder BikeCityGuide erhalten, funktioniert zuverlässig und gut. Zwar ist die Tonqualität kaum mit einem Stereokopfhörer vergleichbar, aber für ein Fahrrad oder ein E-Bike ist das Monoerlebnis ausreichend. Schließlich soll das Headset nicht vom Straßenverkehr ablenken. Gerade bei leisen Internetradio-Streams muss die Lautstärke aber auf das Maximum gestellt werden, um zum Beispiel den Nachrichten folgen zu können.

Die Königsdisziplin eines Bluetooth-Headsets ist jedoch das Telefonieren und die Güte der Geräuschunterdrückung. Alle Gesprächspartner, die unterschiedliche Handys benutzt haben, konnten wir sehr gut verstehen. Es gab dabei keine Aussetzer und kaum Störgeräusche.

Unsere Gesprächspartner wiederum merkten zwar, dass wir mit einem Headset telefonieren, allerdings waren sie über die hohe Sprachqualität erstaunt. Als wir dann noch enthüllten auf einem schnellen E-Bike zu sitzen, konnten das die wenigsten glauben. Während der Wind für die Fahrer deutlich hörbar war, wurde er vom Gesprächspartner in dieser Intensität nicht wahrgenommen.

Für unseren Audiotest haben wir eine Telefonnummer des Internettelefonie-Anbieters Sipgate angerufen und auf die Mailbox gesprochen.

Fazit

Diese Bluetooth Headset Jabra Storm ist erstaunlich. Es ist leicht, angenehm zu tragen und unkompliziert in der Bedienung. Nicht nur durch den mechanischen Windfilter ist es auch bei Sturm und schnellen Fahrten auf Fahrrad und E-Bike geeignet. Offensichtlich schafft es die Elektronik und Software in dem nicht mal 8 Gramm wiegendem Jabra Strom fast alle störenden Umgebungsgeräusche herauszufiltern.

Über einen Druck auf den Mikrofonbügel ist selbst Spracherkennung des Smartphones zu aktivieren und auch Anrufe lassen sich per Sprache annehmen oder ablehnen.

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Schade nur, dass der Anrufer nicht angesagt wird. So muss das Handy doch noch manches Mal aus der Tasche geholt werden. Wir hätten uns eine bessere Befestigung des Gummiaufsatzes am Kopfhörer und des Windschutzes gewünscht beziehungsweise ein Aufbewahrungscase für das Headset, so dass nichts verloren gehen kann.

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