Studie beweist: E-Bikes verändern die Wahl des täglichen Verkehrsmittels

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    Das norwegische Institut für Transportwirtschaft (toi) hat eine Studie veröffentlicht, die erstmals nachweist, dass die Nutzung von E-Bikes einen deutlichen Effekt auf den Anteil der Radfahrten im alltäglichen Vorankommen hat.

    Aslak Fyhri leitete eine der ersten kontrollierten Versuchsstudien die den Alltagsgebrauch von E-Bikes testet. Zufällig ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Oslo und Umgebung wurden dafür in eine Test- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Die 66 Personen der ersten Gruppe hatten zwei bis vier Wochen unbegrenzten E-Bike Zugang, die 160 Leute der Kontrollgruppe nutzten im gleichen Zeitraum ihr eigenes, traditionelles Rad. Alle Mitmachenden führten ausführliche Fahrtenbücher.

    Die Auswertung der Daten zeigte, dass es für die Menschen mit E-Bike entscheidende Veränderungen in der Zweiradnutzung gab – es wird länger und häufiger benutzt als herkömmliche Räder und bekommt eine deutlich wichtigere Rolle in den täglich anfallenden Transporten. Im Vergleich zur Nutzung herkömmlicher Räder wurde eine Verbesserung hinsichtlich der zurückgelegten Kilometer (von 4,8 auf 10,3 km/Fahrt), der Anzahl an Trips (0,9 auf 1,4 pro Tag) sowie anteilig an der gesamten Fortbewegung (50% statt 28% vor Studienstart) festgestellt.

    Frauen stiegen noch deutlich öfter auf ihr Pedelec

    Dabei traten Unterschiede im Gebrauch durch Frauen oder Männer auf. Frauen stiegen häufiger auf ihr E-Bike, während Männer damit im Vergleich längere Strecken fuhren. Auf die nach Beendigung der Studie gestellte Frage zur Bereitschaft sich selbst ein E-Bike zu kaufen, antworteten deutlich mehr Frauen als Männer mit ja (33% zu 25%).

    Untersuchungsleiter Aslak Fyhri glaubt, dass dies an dem besonders von Männern vermuteten geringeren Trainingseffekt beim Pedelecfahren liegt. Viele Männer in Norwegen betrachten Radfahren vor allem als sportliche Herausforderung am Wochenende, weniger als Verkehrs- oder Transportmittel. Fahrräder und E-Bikes werden außerdem in Norwegen praktisch nur als Nebenprodukt in Sportgeschäften verkauft. Für Fyhri wäre die Etablierung spezieller E-Bike-Läden eine sinnvolle Möglichkeit diese Einstellung zu ändern. Die Bereitschaft viel Geld in ein E-Bike zu investieren stieg allerdings bei allen, die ein E-Bike getestet hatten. Probefahren scheint das beste Rezept für den Abbau von Vorurteilen zu sein.

    Schwieriges Terrain – Kein Problem fürs E-Bike

    Anders als in den Nachbarländern Dänemark und Schweden wird in Norwegen im Durchschnitt relativ wenig Fahrrad gefahren. Schuld daran sind besonders das bergige Terrain und das unzureichend ausgebaute Radwegenetz. E-Bikes könnten das ändern, so Fyhri.

    Drei Faktoren allerdings haben die Studienteilnehmenden sofort vom E-Bike eingenommen. Ganz voran die Erkenntnis, dass einer der Hauptgründe, warum Menschen nicht mit dem Rad zur Arbeit fahren – das Schwitzproblem – bei der E-Bike Nutzung praktisch wegfällt. Mit normaler Bürokleidung Radfahren zu können, ohne an Wechselwäsche oder Duschmöglichkeiten denken zu müssen, war für viele der Befragten einer der wichtigsten Punkte. Mit dem Pedelec konnten darüberhinaus auch längere und anspruchsvolle Strecken in kürzerer Zeit zurückgelegt werden. Viele der Fahrten, die heute mit dem Auto gefahren werden müssen, könnten durch E-Bike Touren ersetzt werden.

    Link zur Studie

     

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