Aldi E-Bike: Prophete Pedelec für 899 Euro im Faktentest

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Prophete Trekking E-Bike 28" Totale

Pedelecs für 899 Euro oder 999 Euro lassen aufhorchen. Wie gut ist das Aldi E-Bike? Wir analysieren, ob das Elektrofahrrad einen Kauf wert ist.

Prophete Trekking E-Bike 28″

Das neue Aldi E-Bike ist ab dem 15. April 2019 verfügbar. Es richtet sich an Herren und ist auch für längere Touren gedacht.

Antriebssystem mit Hinterradmotor

Im Prophete Trekking E-Bike arbeitet ein Hinterradmotor der Marke Trio. Er hat 250 Watt und läuft mir 36 Volt. 30 Newtonmeter ist das Drehmoment des Nabenmotors. Das ist wenig. Vergleichbare von der Redaktion getestete E-Bikes mit diesem Drehmoment sind vollkommen ausreichend in der Ebene. Sobald es jedoch einen Anstieg gibt ist unterstützende Muskelkraft gefragt.

 

Der sogenannte Downtube-Akku mit Zellen von Panasonic sitzt auf dem Unterrohr und hat 12,8 Amperestunden, was bei 36 Volt Spannung 461 Wattstunden bedeutet. Aldi beziehungsweise der Hersteller Prophete geben eine Reichweite von bis zu 120 km an – je nach Fahrweise, Fahrergewicht, Zuladung, Untergrund und Steigung. Erfahrungsgemäß liegt die Reichweite deutlich darunter. Bei einem Fahrergewicht von 80 kg, der höchsten Unterstützungsstufe und manchem Anstieg sowie der Fahrt auf Schotterwegen dürften rund 50 km realistisch sein. Bei Asphalt und in der Ebene bei Stufe 2 schätzen wir etwa 80 km.

Das E-Bike fährt mit diesem Antriebssystem 25 km/h Höchstgeschwindigkeit und ist damit ein Pedelec, das mit einem Fahrrad rechtlich gleichgestellt ist. Ein LCD-Display zeigt die wichtigsten Funktionen an – darunter eine Einschätzung der verbleibenden Reichweite.

Rahmen und Ausstattung des Aldi Trekking E-Bikes

Das Aldi E-Bike ist in der Rahmenhöhe 52 cm verfügbar und bringt 28 Zoll Laufräder mit. Für die Verzögerung sorgen hydraulische Scheibenbremsen von Shimano. Erstaunlich ist die gewählte große 24-Gang Shimano-Altus-Kettenschaltung. Zwar ist eine sehr einfache Shimanoschaltung verbaut, andererseits sind 24 Gänge schon eine Ansage bei diesem Preis. Auch Scheibenbremsen fehlen oftmals bei Angeboten in dieser Preisklasse. Das E-Bikes hat einen Freilauf, eine Rücktrittbremse hat es nicht.

Die LED-Lichtanlage hat einen 70-Lux-Scheinwerfer, der vom Akku gespeist wird. Gefedert ist das Trekking E-Bike durch eine entsprechende Sattelstütze und eine Federgabel.

Aufbau und Garantie

Das Rad ist weitestgehend vormontiert. Wer es kauft, muss nur die Pedale einschrauben und den Lenker querstellen. Etwaige Reparaturen sind über den Prophete-Service zu buchen. In diesem Fall kommt ein Service-Wagen zu einem nach Hause. Die Garantie beträgt zehn Jahre auf Rahmen und Gabel sowie drei Jahre auf Kleinteile – ausgenommen sind Verschleißteile.

Fazit zum Prophete Trekking E-Bike 28″

Mit dem Prophete Trekking E-Bike 28″ bietet Aldi ein fast Rund-um-sorglos E-Bike für Einsteiger an. Immerhin bekommt man ein Pedelec mit Scheibenbremsen, 24-Gang-Schaltung und voller Straßenausstattung. Dazu offeriert Prophete eine Vor-Ort-Service. Der Antrieb ist einfach. Wer in bergigen Regionen wohnt, sollte sich lieber nach einer anderen Alternative umschauen. Für Vielfahrer empfehlen wir besser ausgestattete Modelle.

Alternativen zum Prophete Trekking E-Bike 28“

Tiefeinsteiger: Aldi Alu-City Elektro-Fahrrad für 999 Euro

Aldi hatte vor kurzem auch die Neuauflage seines „Alu-City Elektro-Fahrrad mit Mittelmotor“ im Angebot. Die Ausgabe von 2019 ist der Version von 2018 recht ähnlich. Auch dieses Jahr kostet es 999 Euro.

Für eine Discounter e-Bike bringt es eine ordentliche Ausstattung mit. Das Aldi e-Bike hat vorne und hinten hydraulische Felgenbremsen von Magura sowie einen 461 Wh Akku mit Zellen von Panasonic. Dessen Kapazität soll für bis zu 140 km Reichweite genügen, wobei dies immer abhängig von einer Reihe von Faktoren ist. Neben den Straßenbedingungen auch davon, wie sehr der Motor jeweils beansprucht ist.

Aldis Alu-City e-Bike von Prophete

Prophete aus Rheda-Wiedenbrück übernimmt Herstellung und Service des Aldi E-Bikes. Dabei wurde am Design des Aldi e-Bike nicht viel geändert. Bei der neuen Variante des City-e-Bikes mit Mittelmotor ist wieder ein tiefer Durchstieg vorhanden. Der Radstand ist durch die Positionierung des Akkus hinter dem Sitzrohr relativ lang.

 

Gestaltung als City e-Bike

Nach wie vor ist das Alu-City Elektro-Fahrrad für ein Gesamtgewicht von 150 kg – 27 kg Eigengewicht – ausgelegt und hat eine einfache, aber praxis-taugliche Ausstattung. Darunter fallen Ständer und Gepäckträger, Schutzbleche und Lichtanlage. Dazu kommen Leuchtstreifen an den Felgen. Gegen Schläge vom Boden helfen eine Federgabel, der Gelsattel und die gefederte Sattelstütze. Die Lenkergriffe sind ergonomisch gestaltet, so dass der Komfort hoch bleibt. Genauso bequem ist auch die Gangschaltung. Per Drehgriff lassen sich die 7 Gänge der Shimano Nexus Nabenschaltung auswählen.

Der Lenker lässt sich im Winkel und in der Höhe verstellen, so dass das Aldi e-Bike von Menschen mit Körpergrößen zwischen 1,60 m und 1,90 m genutzt werden kann. Erhältlich ist es nur in einer Rahmenhöhe, die hier 46 cm beträgt.

 

Der e-novation Antrieb

Zwar trägt der Antrieb den Namen e-novation, er stammt aber von Bafang, einem der großen e-Bike Antriebsanbieter aus China. Das mittig angebrachte, beleuchtete LC-Display zeigt das jeweilige Level der Unterstützung, Geschwindigkeit und die gefahrene Distanz an. Bedienen lässt es sich über einen Daumensatelliten mit drei Knöpfen. 50 Nm maximales Drehmoment, wie sie hier zur Verfügung stehen, sorgen für einen ordentlichen Extra-Schwung bei steilen Passagen. Gleichzeitig ist auch eine Schiebehilfe aktiv, die das e-Bike auf Wunsch bis 6 km/h auf Knopfdruck anschiebt.

Der Motor sitzt kompakt am Tretlager, wenn auch die Rahmenintegration nicht so gut gelingt wie bei vergleichbaren eBikes mit Brose oder Bosch.

 

Ausstattung mit Mehrwert

Die Ausstattung ist einfach, dennoch hält sie sich an ein paar wichtige Standards für Elektrofahrräder. So verfügt das Aldi e-Bike unter anderem über hydraulische Felgenbremsen vom deutschen Hersteller Magura. Zwar ist die hydraulische Kraftübertragung effektiver als die rein mechanische, allerdings sind in den meisten teureren e-Bikes hydraulische Scheibenbremsen im Einsatz. Diese wiederum sorgen für eine zuverlässigere, noch genauere Kontrolle der Geschwindigkeit. Eine Rücktrittbremse gibt es nicht.

Im Lieferumfang ist aber die Beleuchtung schon mit dabei. Vorne erhellen 70 Lux LED Lampen den Weg, das Rücklicht besitzt zusätzlich eine Standlichtfunktion. So ist das e-Bike auch bei Stillstand im Dunkeln gut erkennbar.

Das Prophete Alu-City-E-Bike 28 steht bald bei Aldi Nord im Sortiment und kostet 999 Euro. Es gibt zehn Jahre Garantie auf den Rahmen und zwei Jahre Garantie auf den Akku. Über das mit enthaltene Service-Paket ist sicher gestellt, dass im Gewährleistungsfall eine Reparatur des e-Bikes vor Ort über einen mobilen Einsatzwagen geschieht.

Fazit zum Prophete Alu-City-E-Bike 28

Das Aldi E-Bike ist eines der wenigen E-Bikes mit Mittelmotor, die aktuell für unter 1.000 Euro zu haben sind. Abstriche macht Prophete zum Beispiel beim Motor, der in neueren E-Bikes von AEG stammt. Das Rundum-Paket der Ausstattung ist aber zweckmäßig. Insbesondere die Federung wird Käufer überzeugen. Das Aldi E-Bike 2019 ist ein gutes Einsteiger-Elektrorad.

Alternativen zum Prophete Alu-City-E-Bike 28

 

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12 KOMMENTARE

  1. Ich habe ein Prophete Pedelek mit Mittelmotor, 7 Gang, Rücktritt Licht aus dem Akku und hydraulischer Bremse um 1699.-€
    fast ein Jahr gefahren. Vorab, es war mein bestes Pedelec .
    Leider ging die Gabelfederung, bekannte Marke, nicht mehr, man hat mir das Rad zurückgenommen zu vollen Kosten.
    Dann war ich auf der Suche. Mein Schwarm war ein Rad mit Boschmotor und Nuvincy stufenloser Schaltung
    aber der Preis 3.399.-€, das ist absoluter Wucher des sogenannten Absahner-Fachhandel ZEG
    Ich machte Probefahrten mit Relight und Kalkhof jeweils über ein Wochenende alls Räder mit 2799.- € ZEG
    Dann entdeckte ich beim Mediamarkt. de mein Traumrad mit neuestem Modell Boschmotor und
    Nuvincy stufenloser Schaltung mit Scheibenbremsen zu 1499.-€. Das habe ich gekauft, also um 1800.-€
    billiger als beim ZEG Halsabschneider Fachhandel
    Ich bin sehr gut zufrieden etwa so gut wie mit dem Prophete
    Erkenntnis: Fachhandel ist viel zu teuer!

    • Das maximales Drehmoment des Motors (also dessen Kraft) hat eher nichts mit dem Anzugsdrehmoment der Tretkurbel (wie stark man die maximal festschrauben sollte) zu tun.

  2. Ich habe bisher keinen Hinweis zu der Aufladezeit des Akkus gefunden. Weiß da jemand bescheid?

  3. AEG ist genauso Bafang?!?
    Wirkt halt besser integriert, und die Steuerungssoftware oder Sensorik ist vielleicht besser?

  4. Mit diesem chinesischen Bafang-Mittelmotor kann man jedes Rad preiswert zu einem Pedelec umrüsten.

    • Aber wer ein normales Rad nimmt, hat kein Bremssystem, das der größeren Dauergeschwindigkeit des Pedelecs angepasst ist, noch ist dies bei Rahmen und Federung der Fall. Deshalb wird immer wieder von solchen Umbauten abgeraten. Was die Versicherung im Unfall – Fall sagt, weiß man auch nicht…

  5. Habe 2016 ein E-Bike von Aldi gekauft super zufrieden. Aber das 2019er ist eine Mogelpackung. Kein Rückstrahler an dem hinteren Schutzblech. Kein Schloss wie bei dem 2016er. Nur wie 2016 eine 46er Rahmengröße. He es gibt auch größere Menschen. 50er oder 55er Rahmen wären Wünschenswert. Akku war 2016 von Samsung und heute?? Werde es zurück bringen und mir ein Markenrad kaufen.

  6. Habe mir gerade das Aldi e Bike gekauft. Erster Eindruck.. Mann kann nicht meckern bei den Preis, besonders die Magura bremsen und der Mittelmotor haben es mir angetan 🙂 Die Rahmenhöhe ist etwas wenig aber vielleicht klappt es ja bei einer größe von 1,83 m

  7. Auch bei 1,83m Größe ist das Tiefeinsteiger-Modell kein Stück zu niedrig. Ich halte es eher für quatschig, dieses Modell auch 1,60m großen Menschen zu empfehlen. Ansonsten finde ich das Rad (vor allem für den Preis) auch richtig gut. Schutzbleche, Kettenschutz und Gepäckträger sind etwas klapprig und die Reifen könnten nach meinem Geschmack etwas breiter sein, aber ansonsten echt okay. Es fährt sich ziemlich rund. Allerdings finde ich den Motor speziell. Aktives Mittreten scheint hier eher bestraft zu werden, da der Motor die Leistung regelrecht einstellt, sobald man stärker in die Pedale tritt (auch weit unterhalb der 25 km/h). Offensichtlich lässt sich dieses Verhalten aber relativ simpel via Verbindung zu einem PC ändern. Man liest, wie der Motor nach der Anpassung regelrecht aufblüht (und hier geht es nicht um die Aushebelung der 25 km/h Grenze). Keine Ahnung, wieso es für unterschiedliche Anwender nicht von Werk aus unterschiedliche Motoreinstellungsprofile gibt. Die 50Nm Leistung des Mittelmotors sind für überwiegend flaches Gelände mit hin und wieder sanften Anstiegen völlig ausreichend. Sobald es allerdings steiler wird, reduziert sich die Geschwindigkeit drastisch. Da wo ich dann mit dem Prophete mit 10 km/h hinaufkrieche, beschleunigt mich ein Bosch Performance CX ( 75Nm) gut auf das Doppelte.

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