Der Hersteller eVinci Mobility aus dem bayerischen Oberhaching ist bisher ein völlig unbeschriebenes Blatt im eBike-Sektor. Auf der vergangenen Eurobike-Messe Ende August in Friedrichshafen schaffte man es gerade noch rechtzeitig einen Prototypen mitzubringen um der Öffentlichkeit zu präsentieren, zu was man im Münchener Umland fähig ist.

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Eigener Charakter – Dank eigenem Design

Das Pike 1, so der Name des Stromers, fällt dabei besonders mit einem sehr eigenwilligen Design auf und polarisiert. Besonders die runde Wölbung an der Motoreinheit eckt an und spaltet die Meinungen. Von einem „zu motorradähnlichen Design“ und einer „ sehr wuchtigen Erscheinung“ ist da die Rede. Doch das Pike 1 möchte ja auch gar kein reines eBike sein, sondern vielmehr ein Hybrid. Quasi eine Mischung aus S-Pedelec und Motorrad. Das Beste aus beiden Welten kombiniert in einem Gefährt.

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Was aber steckt hinter der Firma die bereits seit über drei Jahren am eigenen eBike tüftelt und scheinbar von 0 auf 100 ein sehr gut durchdachtes Mobilitäts-Konzept präsentiert? Es ist eigentlich eine sehr spannende Geschichte, die etwas an die Motor-Entwicklung von Brose erinnert. Zwar ist die LSP Innovative Automotive Systems GmbH hierzulande nicht annähern bekannt wie die Firma aus Coburg, dennoch gibt es eine erwähnenswerte Parallele: Das Automobil.

Automotive meets eBike-industries

Denn genau wie Brose ist die Firma LSP ganz klar im Automobil-Zuliefersektor zu finden und auf Bremssysteme spezialisiert. Genauer gesagt hat man mit dem IBS (Integriertes Bremssystem) ein System geschaffen, welches nach eigener Aussage viel präziser und sicherer funktionieren soll, als es ESP und ABS derzeit tun. Mit diesen Erkenntnissen entstand beim Geschäftsführer Dr. Thomas Leiber die Idee einen eigenen revolutionären Antrieb für Elektrofahrräder zu entwickeln und die eVinci Mobility GmbH ins Leben zu rufen.

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Doch neben der Entwicklung einer Antriebseinheit wurde auch ein weitere wichtige Komponente in Eigenregie entwickelt: War der erste Prototyp des Pike 1 noch mit einer manuellen Schaltung versehen, ist der ganze Stolz der Entwickler nun die verbaute Automatikschaltung. Das Pike 1 soll dem Fahrer ermöglichen, sich voll und ganz auf den Verkehr konzentrieren zu können, ohne dass er vom Gangwechsel abgelenkt wird.

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Mit etwas mehr als 30 Kg ist das Pike 1 sicherlich kein Leichtgewicht. Dennoch konnte man durch Verwendung einer speziellen Niet-Technik aus dem Flugzeugbau insgesamt vier Kg im Vergleich zur Vor-Version einsparen und gleichzeitig eine sehr hohe Steifigkeit aufbringen. Während die Hinterradschwinge, der Sitzdom und der Lenker komplett aus Karbon hergestellt sind, besteht der restliche Rahmen aus branchenüblichem Aluminium.

Der Drehmoment spricht eine eigene Sprache

Beim verbauten Akku vertraut man mit insgesamt 875Wh den derzeit stärksten verfügbaren Zellen von Samsung. Dieser ist dank eines 8 Ampère-Schnellladegeräts auch innerhalb von knapp 2 Stunden wieder aufgeladen. Der Antrieb an sich kommt wie bereits erwähnt aus dem Hause LSP, verfügt über knackige 1,5 KW und ermöglicht dem Hinterrad einen Drehmoment von einzigartigen 130 Nm. Diese sind allerdings nur in der letzten Unterstützungsstufe “Insane” abrufbar.

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In einem ersten Test konnte mich das eVinci-Bike bereits überzeugen. Zwar ist das sehr eigenwillige Motorsurren kein Ohrenschmaus, allerdings handelte es sich beim Testgerät auch um eine Vorserien-Version. Selbst das Fahren ohne Unterstützung ist ohne einen merklichen Widerstand möglich, wenn auch mit einem „fixieskem“ Kraftaufwand verbunden.

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5 Sekunden, die süchtig machen

Neben der komfortablen Automatik gibt es noch einen zusätzlichen Spaßfaktor: Mit insgesamt fünf (!) Sekunden von 0 auf 45 km/h lässt das Pike 1 an der Ampel sogar den einen oder anderen Sportwagen hinter sich und sorgt so für verwunderte Gesichter. Auch bei einer reellen Reichweite von etwa 100 Km gibt sich das Bike keine Blöße und zeigt sich absolut pendlerfreundlich. Interessant ist auch der verbaute Gasgriff. Er sorgt für das bisschen Motorradgefühl, auch wenn für Geschwindigkeiten jenseits der 20 Km/h etwas in die Pedale getreten werden muss, das machen die Vorschriften zu S-Pedelecs notwendig.

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Wer sich ernsthaft für ein Pike 1 interessiert, sollte sich beeilen. Bei Bestellungen bis Ende November gibt es nämlich noch ein „Rundum-Sorglos-Paket“ im Wert von 600 € mit drauf. Dieses beinhaltet nicht nur das Versicherungskennzeichen für zwei Jahre, sondern auch einen Reparatur- sowie einen 48-h-Abholservice.

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Das Pike 1 ist in der Basis-Version (ohne automatische Sattelstütze und Federgabel) ab 8.500 € und in der Premium-Version für 9.500 € zu erwerben. Das liest sich zunächst sehr teuer, liegt aber noch unter den Preisen der Konkurrenz von Trefecta und M1 Spitzing. Das Pike 1 wird ab Februar 2016 ausgeliefert.

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