E-Bikes in Belgien überholen den Fahrradmarkt

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E-Bikes in Belgien sind beliebter als Fahrräder

Ein Land elektrisiert sich. Eine aktuelle Studie zeigt, dass e-Bikes in Belgien mittlerweile das größte Segment im Fahrradabsatz ausmachen.

Wie eine Studie des Fahrradmesse Veranstalters „Velofollies“ herausfand, wurden 2017 in Belgien erstmals mehr E-Bikes als Fahrräder verkauft. Mit 45 % machen Elektrofahrräder das größte Segment im Zweiradmarkt aus. 

Insgesamt stieg der Absatz um 2% im Vergleich zum Vorjahr. In Stückzahlen heißt das, dass 2017 ganz genau 485.168 Fahrräder und e-Bikes auf die Straßen kamen. Davon waren annähernd 220.000 Exemplare mit elektrischer Unterstützung. 

Kontroversen und Innovation

Im letzten Jahr gab es einige öffentliche Debatten zum Thema im Land. Zunächst ging es um die Frage der Helmpflicht. Auch ob e-Bikes grundsätzlich mit einem Kennzeichen versehen werden sollten, wurde heiß diskutiert. Diese Diskussionen brachten e-Bikes noch mal mehr ins Gespräch. 

Innovative Ideen, wie das besonders günstige und leichte Falt-e-Bike vom jungen belgischen Hersteller Ahooga, zeigen die Begeisterung für die praktischen wie stylischen Aspekte des e-Bikes. 

Ahooga Falt-e-Bike

Förderung für e-Bikes in Belgien

Einen entscheidenden Anteil an dem durchschlagenden Erfolg der e-Bikes in Belgien scheint die dortige staatliche Förderung zu haben. Über eine Steuerrückzahlung unterstützt die Regierung ihre Bürgerinnen und Bürger beim Umstieg auf die zweirädrige Elektromobilität.

Über das Programm zur Förderung der Radnutzung für den Weg zur Arbeit hat Belgien bis 2915 schon 93 Millionen an rund 400.000 Teilnehmende ausgezahlt. Dabei wurde die monetäre Unterstützung von Beginn auf Fahrräder und e-Bikes angewendet. Seit 2016 sind auch S-Pedelecs, deren Motor bis 45 km/h assistiert, förderungswürdig. Für jeden mit dem (E-)Rad zur Dienststelle gefahrenen Kilometer fließen bis zu 23 Eurocent in die Tasche der Arbeitnehmenden.

Auch andere Länder helfen mit Förderung beim Umstieg auf umwelt- und menschenfreundliche Mobilität. 

Hohe Preise, hohes Volumen

Der belgische Fahrradhandel freut sich über die hohen Umsatzzahlen, die ihnen die e-Bikes bescheren. Noch besser für die Verkäuferseite sind allerdings die zu erzielenden Margen. Denn auch in Belgien bleiben die Preise für Fahrräder mit E-Antrieb auf einem Niveau, das deutlich über dem von Fahrrädern ohne Motorsystem liegt. Diese sind 2017 sogar noch einmal gestiegen. Der Durchschnittspreis erhöhte sich von 2.260 Euro in 2016 auf 2.325 Euro im letzten Jahr, wie das Magazin Bike Europe berichtet.

Mittlerweile haben mehr als 90% der Fachgeschäfte im Land eine Auswahl an e-Bikes in ihrem Laden. 

City e-Bikes in Belgien ganz vorne

Interessanterweise sind e-Bike Modelle für den Stadteinsatz am beliebtesten. So hat die „Velofollies“ Studie ermittelt, dass 75% aller verkauften e-Bikes einen Damenrahmen hatten, also mit einem tiefen Durchstieg versehen sind. Dies zeigt unter anderem die Bedeutung des e-Bikes als Alltagsfahrzeugs.

Während E-Mountainbikes und S-Pedelecs sich in Deutschland immer größerer Beliebtheit erfreuen, spielen sie in Belgien eine zu vernachlässigende Rolle. Dort finden e-Bikes weniger Anwendung im sportlichen Spezialbereich, als dass sie eine Erleichterung und Verbesserung des Komforts für Gebrauchsanwender darstellen.

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