Fatbike von Fantic
eFatbikes als Alljahresräder

365 Tage im Jahr auf dem eigenen E-Bike sitzen. Das ist der Traum vieler Radfahrer. Leider sorgen schlechtes Wetter, Schnee, Eis und Kälte oftmals für einen herben Dämpfer. Können Fatbikes mit Elektroantrieb für Abhilfe sorgen?

Während im Frühling und Sommer das E-Bike lockt, stoßen Zweiradfahrer gerade in der kalten Jahreszeit an die persönlichen aber auch physischen Grenzen. Zu gefährlich ist es auf glatten Straßen, kaum Durchkommen heißt es bei schneereichen Wegen. Wer auch im Winter etwas für die eigene Gesundheit und das ökologische Gleichgewicht tun möchte findet selten gute Zweirad-Lösungen. Dann heißt es Autofahren oder die Öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Es gibt einen Ausweg und der ist fett.

Martialische Optik – Mit Sicherheit auffällig

Wer wirklich das ganze Jahr Radfahren möchte steht irgendwann vor einem Fatbike und kommt ins Grübeln. Mit großer Gewissheit ist die noch relativ junge Radkategorie nichts für introvertierte Persönlichkeiten. Die dicken Reifen sind nämlich ein Magnet für neugierige Blicke – wobei nicht jeder Gefallen an der “Traktor-Optik” hat.

Haibike SDURO Fatsix
Das Haibike SDURO Fatsix für 2995€.

Das Aussehen beiseite gelassen, sind die Vorteile eines Fatbikes mit E-Motor gravierend. Denn während die unmotorisierten Varianten besonders bei Schnee und unwegsamen Gelände kräftezehrend sind, gibt es diesen Nachteil beim e-Fatbike nicht. Sogar bei einer Schneehöhe von 20 bis 25 Zentimetern lässt es sich völlig entspannt durch die kalten Massen pflügen.

Im Vergleich mit einem vollgefederten Mountainbike bringen die Reifen eines Fatbikes allerdings nur annähernden Komfort. Je nachdem welchen Reifendruck der Fahrende persönlich favorisiert, lässt sich hier aber  einiges herauskitzeln. Beachtet werden sollte dabei: je weniger Luftdruck ein Reifen besitzt, desto mehr Energie wird vom Antrieb verschlungen.

Stilsicher durch die Wallachei – Das Sand&Snow von Moustache und Designer Starck.

Bei Glatteis helfen nur Spikes

Um den Kampf gegen Schnee und vor allem Eis gewinnen zu wollen benötigt der Fatbike-Fahrer ein Upgrade. Auch für Fahrradreifen sind mittlerweile Schneeketten und Spikes verfügbar. Die “Fatties” bieten im Gegensatz dazu relativ viel Auflage und Grip. Somit bieten Fatbike-Reifen oftmals mehr Sicherheit und Halt als die normalen Gummis. Dennoch lohnt es bei der Reifenwahl darauf zu achten, ob das Profil bereits für Spikes vorbereitet ist. Denn bei sehr glatten Straßen bewahrt auch ein Fatbike nicht vor ungewolltem Bodenkontakt.

Alternativ lassen sich die Reifen auch schon mit integrierten Spikes kaufen oder diese selber nachrüsten. Die Verwendung von Spikes ist bei Fahrrädern nämlich nicht verboten, sondern unter §36 in der Straßenverkehrsordnung geregelt:

“Reifen oder andere laufflächen dürfen keine unebenheiten haben, die eine feste fahrbahn beschädigen…”

Gehören Fatbikes in die Stadt?

Mit dem richtigen Reifendruck sind auch Treppen kein Hindernis mehr.

Wie das Bild zeigt, bieten Fatbikes nicht nur großes Potenzial für Gelände & Co sondern machen auch in der Stadt eine gute Figur. Gerade wer das Problem mit gefährlichen Straßenbahnschienen kennt, wird auf einem Fatbike durchatmen. Das breite Profil ist einfach zu breit um in den engen Rillen stecken zu bleiben.

Gerade für Pendler ist die relativ junge eRad-Kategorie spannend. Ist die tägliche Fahrtstrecke ein Mix aus urbaner und ländlicher Beschaffenheit, kann die gesamte Bandbreite ausgespielt werden.

Was kostet ein eFatbike?

Sondors Fatbike
E-Fatbikes müssen nicht teuer sein – Das Sondors kostet gerade einmal 600$

Eines gleich vorweg. E-Fatbikes sind nicht zwangsläufig teurer als E-Bikes anderer Kategorien. Die Crowdfunding-Variante von Sondors beweist, dass ein 600 US-Dollar günstiges alltagsfähiges E-Rad herstellbar ist. Doch auch qualitativ hochwertige Marken wie Haibike oder das Yupik E-Feather (1999€) zeigen, dass Elektro-Fatbikes erschwinglich sein können.

Die unrühmlichen Seiten – Zubehör und Gewicht

Ganz ohne Nachteile kommt auch das Fatbike nicht aus. “Dank” Motor, Batterie und den dicken Reifen wiegt ein E-Fattie schnell um die 35 Kilo. Zusätzlich ist es auch sehr sperrig und somit nicht geeignet im Treppenhaus häufig hoch und runter getragen zu werden.

Abgesehen davon gibt es aber einen gravierenden Mangel. Die Versorgung mit Ersatz- und Zubehörteilen ist momentan noch schwierig. Gerade wenn die Entscheidung nicht auf ein teures Markenrad gefallen ist, steht man bei Problemen schnell alleine da. Schon bei elementaren Teilen wie einer Tretkrubel gibt es aktuell keine Möglichkeit diese separat und zu einem erschwinglichen Preis zu erwerben.

Fazit – Alljahres-eBike mit Einschränkungen

Wer das E-Bikefahren mag wird das Elektro-Fatbike lieben. Schlechte Wege, Schlaglöcher und Buckelpisten werden einfach von den dicken Reifen “verschluckt”. Wer sich mit der Ersatzteilversorgung arrangieren kann oder einen guten Service hat, sollte sich selbst bei einer Probefahrt vom Fatbike-Faktor überzeugen. Eines ist sicher, Fatbike-Fahrer finden immer – ob der Optik – schnell Gesprächspartner.

 

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12 KOMMENTARE

  1. Wir >= 75 J alt – fahren beide die kompaken, Fatbikes-ähnlichen I:SYs als Pedelecs, bei Glätte dank Kompaktheit und 20″ noch gut zu beherrschen, als Ganzjahresrad das Beste, was wir in den Jahrzehnten an Rädern hatten

  2. ein schwachsinn ich fahre mein e fatbike bulls monster das ganze jahr über egal wo im gelände auf trekking touren im sommer mit extra flat reifen wegen dem roll wiederstand und als voll fatbike all terrain richtig als rennbike und alles egal wo ist das ganze jahr geil hier mal ein paar bilder 😉👍

  3. ich fahre ein zorque e fat bike mit allrad. 900 wh accu 1400watt. bin jeden sonntag in thüringen (werraquelle ca.800mü0) unterwegs und gerade jetzt bei den schneemengen macht es richtig spass. @ michael berkel: da macht der 500ps suv sinn 😉

  4. Kann mir jemand sagen viel ein Fat Reifen bzw Plus Reifen im Vergleich zu einem normalen Reifen mehr an Leistung benötigt, oder mehr Strom braucht.
    Hat jemand dies schon getestet.

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