E-Bike von Aldi Nord 2015 mit Mittelmotor

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    Das E-Bike von Aldi Nord kommt 2015 mit einem Mittelmotor in die Filialen des Discounters. Ab Donnerstag, 9. April 2015 ist das Pedelec erhältlich, das mit 899 Euro vergleichsweise günstig ist.

    Nachdem letztes Jahr Aldi Süd zum ersten Mal ein Pedelec mit Mittelmotor herausgebracht hat, legt Aldi Nord dieses Jahr nach. Frühere Modelle waren noch günstiger, daher aber auch mit einem Frontantrieb ausgestattet. Mittelmotoren sind als Antriebstyp in Deutschland am weitesten verbreitet. Der Grund: Ein tiefer Schwerpunkt und die freie Wahl des Herstellers bei der Gangschaltung und der Ausstattung des Vorderrads mit einem Nabendynamo für die Beleuchtung.

    Aldi E-Bike 2015 mit Mittelmotor von der Seite
    Aldi E-Bike 2015 mit Mittelmotor von der Seite

    Komfort schreibt Aldi groß

    Bei der Ausstattung lässt sich Aldi Nord nicht lumpen und setzt auf Komfort. Der City-Rahmen aus Aluminium mit einen Höhe von 46 cm besitzt einen tiefen Einstieg – ideal für ältere Menschen oder aber Fahrer, die gern bequem Auf- und Absteigen wollen.

    Federgabel von Suntour
    Federgabel von Suntour

     

    Die SUNTOUR-Federgabel dämpft Stöße ab – zum Beispiel bei Kopfsteinpflaster in der Stadt.

    Ergonomische Lenkergriffe
    Ergonomische Lenkergriffe

    Auch der Gel-City-Sattel von SELLE-ROYAL und die ergonomischen Lenkergriffe betonen den Komfortansatz.

    Selle Royal Gelsattel und klappbare Sattelstütze
    Selle Royal Gelsattel und klappbare Sattelstütze

    Die Schaltung ist eine Nexus von Shimano mit sieben Gängen, die sich über einen Drehschalter am Griff einstellen lassen. Im Gegensatz zu anderen günstigen Discounterrädern, die auf eine Rücktrittbremse setzen, ist beim Aldi E-Bike „Hansa“ ein Freilauf eingebaut. Für die Verzögerung sorgen die nicht näher spezifizierten Alu-V-Bremsen.

    LED Beleuchtung vorne
    LED Beleuchtung vorne

    Der Chico-30-LUX-LED-Scheinwerfer von AXA hat eine Standlichtfunktion und einen Ein- und Ausschalter. Ebenfalls von AXA ist das LED-Rücklicht „Spark”, das am Gepäckträger sitzt und ebenfalls nachleuchtet, wenn das E-Bike zum Stand kommt – beispielsweise an einer Ampel. Obwohl mittlerweile der Strom für die Beleuchtung aus dem Akku des Pedelecs kommen darf, setzt Aldi – beziehungsweise der eigentliche Hersteller Prophete – auf einen Nabendynamo von Shimano im Vorderrad, der wartungs- und reibungsfrei sein soll.

    Shimano Nabendynamo
    Shimano Nabendynamo

    Die Bereifung kommt von Continental. Die City-Ride 47/622 Reifen mit Pannenstopp besitzen auch Reflexstreifen an der Seite, sodass bei schlechten Witterungsverhältnissen oder auch nachts, das Elektrofahrrad für andere Verkehrsteilnehmer besser sichtbar ist. Die Marke Ursus liefert den King-Seitenständer, also einen recht massiven Fahrradständer, der einstellbar ist. So viel Robustheit ist auch notwendig, denn das komplette E-Bike wiegt immerhin 27 kg. Bei einem angegebenen Gesamtgewicht von 150 Kilogramm, bleibt also noch Luft für Fahrer und etwaige Einkäufe. Vor dem Supermarkt abgestellt, sichert das Rahmenschloss von Abus das Elektrofahrrad.

    Sattel kippen und Akku entnehmen

    Unter dem klappbaren Sattel am Sitzrohr montiert befindet sich der Akku. Er enthält Zellen von Samsung SDI, die 36 Volt und 10 Ah liefern. Das macht eine Kapazität von 374 Wattstunden, die das E-Bike je nach Gelände und Unterstützungsstufe bis zu 80 Kilometer weit fahren lassen. Danach muss der Akku an die Steckdose – entweder direkt am Fahrrad oder zum Beispiel in der Wohnung. Dafür lässt er sich entnehmen, indem der Sattel gekippt wird. Der drei kg schwere Akku lässt sich am Pedelec anschließen und so sichern. 500 Ladezyklen gibt der Hersteller an. Über drei Jahre gerechnet, könnte der Akku fast jeden zweiten Tag einmal komplett entladen und wieder geladen werden, bis die Kapazität erschöpft ist.

    Entnehmbarer Akku von Samsung
    Entnehmbarer Akku von Samsung

    Über den 250-Watt-Mittelmotor gibt es von Aldi wenig Informationen. Der Schriftzug „E-Novation“ bezeichnet die E-Bikes des Herstellers Prophete. Die Form des Antriebs erinnert jedoch sehr stark an einen Bafang-Mittelmotor. Diese Antriebe lassen sich im Gegensatz zu vielen anderen Mittelmotoren an fast jeden Rahmen anbauen. Das verringert die Kosten, die bei der Entwicklung spezieller Rahmengeometrien – für zum Beispiel Bosch-Mittelmotoren – gegeben sind.

    Mittelmotor am Aldi Nord E-Bikes 2015
    Mittelmotor am Aldi Nord E-Bikes 2015

    Das Display ist recht groß und beleuchtet. Es bietet beispielsweise eine Tachofunktion und zeigt an, welche Unterstützungsstufe aktuell eingestellt ist. Wie stark der Motor den Fahrer unterstützt, regelt ein Bedienteil direkt am linken Griff. So bleiben die Hände am Lenker.

    Display des Aldi Nord E-Bikes 2015
    Display des Aldi Nord E-Bikes 2015

    Mit der Anfahr-/Schiebehilfe lässt sich das Elektrorad auch in Bewegung setzten, ohne dass der Fahrer in die Pedale treten muss. Anfahren am Berg ist damit beispielsweise einfacher. Aber auch das Rad irgendwo herzuschieben klappt bis 6 km/h mit Motorunterstützung auf Knopfdruck.

    Garantie und Service bei Aldi

    Wer das E-Bike von Aldi Nord kauft, erhält einen Dreibein-Gepäckträger mit Packtaschenbügel und 2-farbige Kunststoff-Schutzbleche dazu. Die Klingel heißt „City-Glocke“ und selbstverständlich ist das Ladegerät für den Akku mit dabei. Ein Fahrradpass beinhaltet auch die Gebrauchsanweisung. Selbst Werkzeug liefert Aldi mit – Innensechskantschlüssel 4, 5 und 6 mm im Polybeutel. Die sind auch zwingend notwendig, denn das Elektrofahrrad steht zwar vormontiert in der jeweiligen Filiale, allerdings nicht fahrfertig. So muss beispielsweise noch der Lenker entsprechend eingestellt werden.

    Auf den Rahmen gewährt der Hersteller zehn Jahre Garantie, auf Kleinteile – außer Verschleißteile – drei Jahre. Sollte das Elektrofahrrad einen Schaden haben und die Gewährleistung des Herstellers greifen, setzt Aldi auf ein mobiles Servicekonzept, das sich Vor-Ort-Service nennt. In diesem Fall kommt eine Servicekraft nach Hause und repariert das E-Bike vor Ort.

    Fazit

    900 Euro für ein Elektrofahrrad mit Mittelmotor sind ein echtes Schnäppchen. Entsprechende aktuelle Modelle im Fachhandel beginnen bei etwa 1.600 Euro – allerdings mit Antriebssystemen von bekannten Marken wie Panasonic ausgestattet. Wie dieser günstige Preis zu Stande kommt? Durch Abstriche bei den Kleinteilen und eben dem verwendeten Mittelmotor.

    Ärgerlich ist es, dass Probefahrten vor Ort nicht möglich sind. Nach dem Kauf müssen Sattel, Lenker und Co justiert werden. Erst dann kann die erste Spritzfahrt beginnen. Wie schnell der Service-vor-Ort im Gewährleistungsfall tatsächlich ist, bleibt abzuwarten. Wer sich für das „Hansa Alu-City-Elektro-Fahrrad mit Mittelmotor“ von Aldi Nord entscheidet, muss eben mit Kompromissen leben.

    Günstige Marken Pedelecs finden Sie übrigens in der eBikeFINDER Marktübersicht.

     

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