Absatzrückgang bei E-Bikes in den Niederlanden

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Obwohl der niederländische Markt oft als ein Vorbild für andere Länder gesehen wird, waren die Umsätze im Jahr 2012 wohl nicht so glücklich, wie in den vergangenen 10 Jahren. Ist das eine Trendwende oder lediglich eine kurzzeitige Umsatzdelle?„Es sieht so aus, dass sowohl die Anzahl der verkauften E-Bikes als auch das Ansteigen des Durchschnittspreises in den Niederlanden langsam zu einem Stillstand kommt“, so Niels van Steijn vom GfK Retail und Technolgy Benelux anlässlich der Marktdaten-Präsentation auf einem Kongress des Magazins Tweewieler am vergangenen Montag.

„Von Januar bis Oktober 2012 sind 146.282 E-Bikes in den Niederlanden verkauft worden. Das ist geringfügig weniger als im Vergleichszeitraum 2011. Preislich hat der Markt 12% Rückgang zu verzeichnen. Das ist das erste Mal, dass der niederländische E-Bike-Markt sowohl in der Anzahl als auch beim Umsatz rückläufig ist, seit dem Elektrofahrrad-Boom, der 2004 begann.“

GfK ist allerdings nicht in der Lage die Gründe für den Rückgang zu benennen. „Wir wissen nicht, ob der Rückgang das Ergebnis infolge des kalten Frühjahrs und des regnerischen Sommers ist – Monaten, in denen die Verkäufe normalerweise sehr stark sind – oder ob es an dem derzeit niedrigen Verbrauchervertrauen liegt“, so van Steijn. „Wir werden das kommende Jahr abwarten müssen, um eindeutig festzustellen, ob es eine Trendwende oder nur eine temporäre Umsatzdelle ist“.

Andere Fahrradsegmente

Eins scheint klar: der Umsatzrückgang betrifft auch andere Radsegmente in den Niederlanden – und zwar im zweistelligen Bereich. Hier sind die Zahlen für die jeweiligen Segmente:

City Bikes                         – 23%

Hybrid Bikes                   – 16%

Rennräder                       – 14%

Kinderfahrräder             – 21%

Auch verliert der niederländische Fachhandel bei den City Bikes Marktanteile an Baumärkte. Diese haben ihren Umsatz in der Zeit von Januar bis Oktober 2012 um 7% steigern können. Der Fachhandel bleibt jedoch auch in den Niederlanden stark: Der Umsatzanteil liegt bei 95%, bei den Stückzahlen ist der Anteil 80%. E-Bikes werden in Holland fast exklusiv über den Fachhandel vertrieben. Obwohl die E-Bike-Verkäufe dieses Jahr enttäuschend waren, ist der Durchschnittspreis aller verkauften Fahrräder gestiegen: von 645€ 2011 zu 668€ im Jahr 2012.

Marktdurchdringung

E-Bikes waren und sind in den Niederlanden hauptsächlich Produkte für Ältere. 80% aller verkauften Elektrofahrräder sind demnach an Menschen über 50 verkauft worden, und 50% an ältere Menschen über 65 Jahren. Das ändert sich jedoch langsam – dank der Marketingkampagnen der E-Bike-Hersteller, die zunehmend ein jüngeres Publikum ansprechen. Wenn die Industrie erst mal das Interesse der jüngeren Konsumenten für E-Bikes geweckt hat, sollte sich ein großes Marktpotenzial eröffnen. Heute ist bereits jedes fünfte verkaufte Fahrrad in den Niederlanden ein E-Bike und 10% aller Haushalte besitzen ein Elektrofahrrad.

 

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