Noch ist die Firma eVinci Mobility aus Oberhaching relativ unbekannt im Bereich von e-Mobility. Ende August stellte man auf der alljährlichen Fahrradmesse Eurobike das Erstlingswerk mit dem Namen Pike 1 vor und machte so zum ersten Mal öffentlich auf sich aufmerksam.

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Besonderer Charakter – Dank besonderem Design

Besonders auffällig am Pike 1 ist natürlich das außergewöhnliche Design. Dabei sorgt nicht nur die runde Wölbung an der Motoreinheit für die Optik aus einer anderen Galaxie sondern vor allem auch das Konzept hinter dem Gefährt. Denn das Pike 1 versteht sich als ein Hybrid aus S-Pedelec auf der einen und Motorrad auf der anderen Seite. Während man morgens auf dem Weg zur Arbeit noch am Gasgriff dreht um pünktlich anzukommen, kann man sich auf dem Heimweg beim Pedalieren verausgaben.

Die Entstehungsgeschichte des Pike 1 ist dabei besonders interessant. Ähnlich wie die eBike-Antriebs-Entstehung vom Hersteller Brose fängt auch die von eVinci Mobility auf den Fließbändern der Automobilbranche an. Genauer gesagt entwickelt das von Dr. Thomas Leiber gegründete Unternehmen LSP normalerweise zukunftsweisende Bremssysteme für Automobile statt Fahrräder mit Elektromotor.

Erst Bremsen für Autos – Dann Power für eBikes

Doch mit den Erkenntnissen aus Effizienz und Bremskraft kam schließlich der Gedanke auf, einen eigenen Antrieb für Elektrofahrräder zu entwickeln. Mit der Gründung der eVinci-Mobility GmbH möchte man sich neben dem Kerngeschäft automobiler Bremssysteme ganz klar auch auf dem Sektor der urbanen und umweltschonenden Fortbewegung etablieren.

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Beinhaltete der erste Prototyp des Pike 1 noch eine manuelle Schaltung, verfügt die finale Version nun über einen vollautomatischen “Gangwechsler”. Diese Automatikschaltung ist genau wie die Antriebseinheit eine Eigenentwicklung von LSP. Sinn und Zweck dahinter ist die Fokussierung des Fahrers auf den Straßenverkehr ohne Ablenkung durch eine manuelle Schaltung.

Das Pike 1 wiegt knapp mehr als 30 Kilogramm und gehört sicherlich nicht zu den leichtesten eBikes. Doch im Vergleich zu seinem inoffiziellem Vorgänger wurden immerhin 4 Kilogramm eingespart. Dafür ist eine besondere Niet-Technik aus dem Flugzeugbau verantwortlich mit welcher man das Schweißen einsparen und eine sehr hohe Steifheit des Rahmens gewährleisten kann. Ebenfalls für weniger Gewicht sorgen auch die verwendeten Karbon-Elemente. Doch ausser der Hinterradschwinge, dem Sitzdom und dem Lenker, die wirklich komplett aus Karbon bestehen, ist der restliche Rahmen aus normalem Aluminium.

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Alleinstellungsmerkmal – Drehmoment

Mit insgesamt 875Wh vertraut man beim verbauten Akku von Samsung nicht nur auf die derzeit stärksten verfügbaren Zellen, sondern auch auf eine sehr respektable Größe um gute Reichweiten zu ermöglichen. Der Akku lädt dank eines mit 8 Ampère starken Schnellladegeräts innerhalb von zwei Stunden und sorgt damit für einen Spitzenwert. Doch auch der Antrieb ist Spitze: Mit insgesamt 1,5 KW und 130 Nm Drehmoment auf dem Hinterrad spielt das Pike 1 alleine in seiner Liga.

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Eine erste kleine Ausfahrt mit dem Pike 1 zauberte mir schnell ein Grinsen ins Gesicht. Auch wenn Motor und einige Feinabstimmungen noch nicht der finalen Serie entsprechen, so merkt man schon deutlich, wo bei diesem eBike die Reise hingeht.

Beschleunigung, die süchtig macht

Fünf Sekunden dauert der Sprint von 0 auf 45 km/h. Ein Wert, der an der Ampel durchaus für Gesprächsstoff sorgen wird. Trotz der wirklich komfortablen Automatik ist das Pike 1 nämlich eine absolute Rennsemmel. Umso erstaunlicher auch, dass die unter realistischen Bedingungen getestete Reichweite des eBikes bei 100Km liegt. Damit macht sich das eVinci-Rad auch attraktiv für Pendler, die einen höheren Anfahrtsweg haben als die durchschnittlichen 12 Km.

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Das Pike 1 ist natürlich kein eBike für den kleinen Geldbeutel. Dennoch ist es im Vergleich zu anderen Modellen, wie etwa dem Trefecta, mit knapp 8500€ in der Basisausführung gar nicht so teuer. Zusätzlich bietet der Hersteller eVinci-Mobility auch eine Finanzierung für etwa 100-150 € im Monat an. Wer jedoch noch ein Service-Paket im Wert von insgesamt 600€ abstauben möchte, sollte sein Pike 1 bis Ende November bestellen. Mit dabei ist dann nicht nur das Versicherungskennzeichen für volle 2 Jahre, sondern auch ein Reparatur- und 48-h-Abholservice für das Bike. Ab Februar 2016 wird das Pike 1 ausgeliefert.

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