Neue e-Bike Regeln 2017, StVZO, StVO

Diese neuen e-Bike Regeln gelten ab 01.01.2017 für die Nutzung von Pedelecs im Straßenverkehr.

Gehweg oder Straße – Welche Ampel gilt?

Bis jetzt waren Radfahrende angehalten, sich an der Fußgängerampel zu orientieren, wenn es keine eigene Anzeige für den Radweg gab. Aber ab 2017 gilt für Pedelecs und Fahrräder die gleiche Ampel wie für „Fahrzeuge“, wenn es für den Radweg keine gesonderte Regelung gibt. Ist eine „Radweg-Ampel“ vorhanden, hat diese immer den Vorrang.

Radwege für „E-Bike Frei“

Mit dem Pedelec darf man weiterhin den Radweg benutzen, wenn dieser mit dem Schild „E-Bike frei“ gekennzeichnet ist. Damit sind allerdings nur Pedelecs mit 25 km/h Tretunterstützung gemeint, oder andere E-Gefährte die bis max. 25 km/h anschieben. S-Pedelecs mit Motorassistenz bis 45 km/h gelten als Kleinkrafträder und dürfen generell  nur auf der Straße fahren. Die Benutzung von Rad- und Gehwegen ist den schnellen Elektrorädern verboten.

Kinder begleiten – aber wo?

Eigentlich dürfen erwachsene Begleitpersonen ab Januar ihre unter 8-jährigen, radfahrenden Kinder auf dem Gehweg begleiten. Mit der StVO-Novelle ist es den Kindern selbst auch erlaubt, bauliche Radwege zu befahren. Dagegen bleibt die Fahrt auf der Straße, auch wenn dort ein Radfahrstreifen eingerichtet ist, verboten. Aber: der Bürgersteig ist für Elektro-Zweiräder generell Tabu. Das bedeutet, dass e-Bike Nutzende ihre Kinder weiterhin nur von der Straße, oder wenn bereits ein baulich getrennter Radweg vorhanden ist, eng betreuen können.

Betrifft: S-Pedelecs

Auf die geplanten Ausweitung von Tempo 30-Zonen müssen auch S-Pedelec Nutzende denken. Sie haben sich genau wie alle anderen Verkehrsteilnehmer an die Geschwindigkeitsbegrenzung zu halten. Ab Januar ist es für Gemeinden einfacher, den Verkehr an Unfallschwerpunkten und sensiblen Orten wie vor Schulen, Kindergärten und Altersheimen zu beruhigen. Dies gilt auch für Hauptstraßen, allerdings ist generell auch weiterhin innerorts 50 km/h die durchschnittliche Höchstgeschwindigkeit.

Bei der Fahrt auf vier- oder mehr-spurigen Straßen sollten auch S-Pedelec Fahrende am Rand darauf vorbereitet sein, dass künftig bei Stau oder Schrittgeschwindigkeit grundsätzlich eine Rettungsgasse frei gelassen werden muss. Diese ist ab 2017 zwischen der äußersten linken und der danebenliegenden Spur einzurichten, nicht wie bisher ganz links bzw. in der Mitte der Fahrbahn.

Auch interessant zu wissen für S-Pedelec Nutzende, die bekanntlich einen Kleinkraft-Führerschein für die ordnungsgemäße Nutzung ihrer E-Räder brauchen: Ab 2017 steigen die Prüfungsgebühren an.

e-Bike Regeln und mehr

Weitere Hinweise finden sich auf den Webseiten des ADFC Deutschland. Dieser hat auch eine Stellungnahme zu den neuen e-Bike Regeln und was die StVO für den Radverkehr bedeutet veröffentlicht.

22 KOMMENTARE

  1. Das kann doch nicht sein, dass man mit dem Pedelec (bis 25 km/h) Radwege nur dann benutzen darf, wenn sie per Zusatzschild freigegeben sind. Da es dieses Schild noch nirgendwo gibt, heißt das, dass alle Pedelec-Radler ab jetzt auf der Fahrbahn fahren müssen. Wobei Pedelecs keine E-Bikes sind. Nach dem, was ich so gelesen habe, könnte es sein, dass das Schild nur die Pedelecs mit Anfahrhilfe meint. Vielleicht muss man aber auch konstatieren, dass die Regelung noch absolut unklar ist. Realistisch ist sie jedenfalls so, wie ihr das darstellt, nicht.

  2. Das mit dem Zusatzschild „Ebike-frei“ ist doch ein Zugeständnis an die Schilderlobby. Es gibt ein Chaos, wenn all die wackeligen elektrischen Neuradler auf die Straße gezwungen werden, nur weil dieses Zusatzschild fehlt.

  3. nicht vergessen auch, jetzt schon auf radwegen nur tempo 5mk/h, deshalb mit dem ebike straße nutzen.
    gruß Mik

  4. Haben Sie schon mal erlebt daß diese Regierung irgend etwas vernünftig macht?
    Mit diesen Koniferen lösen wir die Probleme, die wir ohne sie nie hatten…
    Sollte ich wirklich auf die Straße müssen, halte ich mindestens 2m Abstand zum rechten Fahrbahnrand.
    Das gibt ne Gaudi….

  5. ES WIRD MEHR BLUT FLIESSEN UND MEHR TOTE E-BIKEFAHRER GEBEN !!
    WIE BLÖD UND RÜCKSICHTSLOS IST UNSER GESETZGEBER ?
    ODER KASSIERT DA JEMAND DICKE PROVISIONEN BEI DEN SCHILMACHERN?

  6. Diese neue Regelung ist genau so schwachsinnig wie Tempo 30 ab 22Uhr…. Schön, dass die in Brüssel keine andere Sorgen haben.

  7. Die Regelung mit dem Zusatzschild ist völliger Schwachsinn und dazu auch noch unnötig dazu.
    Man sollte eher die S-Pedelecs insbesondere in den Großstädten endlich auf die Radwege lassen

  8. So wie es aussieht kocht Deutschland mal wieder sein eigenes Süppchen, wenn man so etwas einführt dann sollte es EU konform sein.

  9. siehe hier: http://www.adfc.de/news/aenderung-der-stvo-2016

    Sonderzeichen „E-Bikes frei“
    Auf Radwegen dürfen bisher Fahrräder und Pedelecs, die bis 25 km/h unterstützen, fahren. Ab sofort sollen geeignete Radwege auch für „E-Bikes“ freigegeben werden können. S-Pedelecs, die bis 45 km/h unterstützen, sind laut Bundesverkehrsministerium damit ausdrücklich nicht gemeint. Somit betrifft die Neuregelung ausschließlich die selten anzutreffenden E-Mopeds und E-Scooter, die ebenfalls nicht schneller als 20 bzw. 25 km/h fahren.

  10. Anstatt vorhandene und dazu dringend benötigte neue Radwege endlich mal richtig aus-/aufzubauen, fällt denen „da oben“ nichts besseres ein, als immer noch mehr Gebote und Schilder zu erfinden, damit das (derzeit) umweltfreundlichste Verkehrsmittel möglichst effektiv drangsaliert, behindert und wenn möglich auch noch „aus dem Verkehr gezogen“ wird… „Die bösen S-Pedelec-Fahrer“ sind schuld! Die Verantwortlichen/Entscheider sollten eher dieses sich schnell ausbreitende Verkehrsmittel (warum wohl?) subventionieren und FÖRDERN, z.B. mit einem Ingenieurs-Ausschuß (nicht den ADFC!) für umweltfreudliche Verkehrsmittel eine sachlich praktikable Lösung auf den Straßen dafür suchen, auch wenn der Ausbau der Fahrradwege sicherlich viel Geld erfordert: DAS rechnet sich für die Zukunft, 100fach! Aber nein, kurzfristige/kurzsichtige (Wahl-/Lobby-)Lösungen werden hier immer wieder bevorzugt!
    Wieder einmal zeigt sich, dass hierzulande viel zu viele Bürokraten, „Schreiberlinge“ an der Macht sind und es immer weniger schöpferische, sinnvoll denkende Menschen gibt, die den Mut und das Rückgrad haben, langfristige Lösungsansätze für unser Land zu suchen… und dann auch sinnvoll durchzusetzen!

    • Dies ist die Web-Präsenz des ADFC, nicht die der AFD. Derartige Posts bitte dort veröffentlichen, danke!

      Ansonsten für grundlegende Informationen über Demokratie, ihre Institutionen und über die Bildung eines politischen Konsens in einer Gesellschaft einfach googlen oder ein Buch lesen.

  11. Da fehlt eigentlich noch ein Schild wie, „nur mit Ökostrom“, ist den Gesetzgebern eigentlich langweilig, wie kann man auf so einen Schwachsinn zu kommen. Kostet dann bestimmt einen 20iger bei der Rennleitung, wenn man erwischt wird. Verschwendung von Steuergeldern, ist man ja gewohnt in Deutschland.

  12. Die Radweginfrastruktur verbessert sich langsam (wahrscheinlich zu langsam) in Deutschland. Ich kann nur für Frankfurt am Main sprechen, dort wird jede Strasse, die baulich angefasst werden mit einem Radweg ausgestattet auch wenn dafür eine normale Fahrspur weichen muss.
    Das Problem mit S-Pedelecs auf normalen oder alten Radwegen, die baulich getrennt oder mit Fußwegen kombiniert sind, sehe ich eher darin, dass die Geschwindigkeitseinschätzung der anderen Verkehrsteilnehmer nicht mit einem so schnellen Fahrzeug rechnet. Es gibt ja schon Probleme wenn man regelmäßig ohne Motor schneller als 30 auf einem Radweg fährt. (Wer den echten Kick erfahren möchte, dem empfehle ich auf den Ringen in Köln den Radweg mal mit einer Geschwindigkeit jenseits der 30 km/h zu benutzen. )
    Langfristig ist eine komplett getrennte Infrastruktur für den Radverkehr nötig. Gute Ansätze dazu finden sich in unseren Nachbarländern. Weitere Schilder, Verbote und undurchsichtige (und meist unbekannte) Regelungen führen nicht zum gewünschten Ergebnis. Dies wäre das Auto in bestimmten Bereichen gänzlich abzulösen.

  13. Hallo Frau Oesterreich,

    danke für den obigen Artikel. Ich bitte Sie diesen jedoch journalistisch zu überprüfen/überarbeiten. Nach meinen Recherchen ist das Fahren auf dem Radweg mittels Pedelec (bis Vmax = 25 km/h) auch im Jahr 2017b zulässig. Ihr im obigen Artikel platzierter Satz:
    „Mit dem Pedelec darf man weiterhin den Radweg benutzen, wenn dieser mit dem Schild „E-Bike frei“ gekennzeichnet ist.“ ist im besten Fall mißverständlich, könnte man doch daraus schließen, dass man seit dem 1. Januar 2017 mit einem Vmax=25km/h-Pedelec nicht mehr auf dem Radweg fahren darf, sofern dieser Radweg nicht mit dem Schild „E-Bike frei“ gekennzeichnet ist!

    MfG

  14. Da der Artikel immer noch nicht überarbeitet wurde. Hier noch einmal deutlich: Die Pedelecs dürfen auch zukünftig die ausgezeichneten Radwege benutzen!

    Sonderzeichen „E-Bikes frei“
    Auf Radwegen dürfen bisher Fahrräder und Pedelecs, die bis 25 km/h unterstützen, fahren. Ab sofort sollen geeignete Radwege auch für „E-Bikes“ freigegeben werden können. S-Pedelecs, die bis 45 km/h unterstützen, sind laut Bundesverkehrsministerium damit ausdrücklich nicht gemeint. Somit betrifft die Neuregelung ausschließlich die selten anzutreffenden E-Mopeds und E-Scooter, die ebenfalls nicht schneller als 20 bzw. 25 km/h fahren.

  15. Das ist der größte Schwachsinn aller Zeiten. Jetzt will man auf das Fahrrad wechseln und dann muss man auch noch ein Kennzeichen anbringen. Soviel Bürokratiewahnsinn habe ich noch nie erlebt. Aber die lauten Motorräder, bei denen bewusst der Auspuff mit einer Klappe manipuliert wird, sind zugelassen. In den Niederlande oder in den skandinavischen Ländern lachen sich die Leute tot, wenn Sie so einen Schwachsinn hören. Auch ohne Elektroantrieb fahre ich in der Ebene gut und gerne über 45 km pro Stunde. Hier wird wieder einmal mit zweierlei Maß gemessen. Das Bundesverkehrsministerium soll sich endlich um den Dieselskandal kümmern. Der Erfinder Rudolf Diesel hatte niemals vor, Autos mit seinem Motor auszustatten, weil er schon vor über 100 Jahren wußte, dass der Dieselmotor ein schmutziger Motor ist. Deswegen experimentierte er mit Nussöl also einem pflanzilichem und umweltfreundlichen Öl. Hat der Autolobbyist Herr Dobrint den nichts anderes zu tun, als brave Pedelec Fahrer, die alle Verkehrsregeln einhalten und vernünftig mit dem Rad umgehen bzw. keine Fußgänger gefährden. Das ist einfach nur ein Skandal. So kann die Verkehrswende nicht gelingen. Typisch deutsche Bürokratie. Mit den vermeintlich schlauen Dieselfahrern und damit mit der ach so tollen deutschen Autoindustrie legt sich Herr Dobrindt nicht gerne an. Aber die armen Fahrradfahrer, die gerne etwas für die Umwelt tun möchten, werden hier zum Bauernopfer herunterdegradiert. Was ist das nur für eine Regierung. Herr Carl Friedrich von Drais, der Erfinder des Fahrrades würde wohl heute sagen, die Menschheit ruiniert sich selbst, weil sie sich mit schwachsinnigen und sehr fragwürdigen bürokratischen Vorschriften die Pedelec-Fahrer verprellt, die bis heute zweifellos ungebrochen ist. Wir sollten hier einfach mal wieder den gesunden Menschenverstand einschalten. Auf einer normalen Straße lebt ein Pedelec-Fahrer sehr gefährlich. LKW-Fahrer, schnelle und rücksichtslose Motorradfahrer und Raser mit getunten Fahrzeugen, die teilweise über 250 km pro Stunde schnell sind, sorgen dafür, dass sich kein Radfahrer mehr auf einer öffentlichen Straße wohlfühlt. Das ist schon fast so wie purer Selbstmord. Die Rücksichtslosigkeit zieht sich durch alle Schichten der deutschen Gesellschaft. Wir haben hier einfach den Ausbau sicherer zweispuriger Radwege mit Überholmöglichkeit schlichtweg verschlafen. Vor etwa 15 Jahren war ich in Amsterdam mit einem Hollandrad unterwegs. Dort existierten schon damals regelrechte Fahrradautobahnen, die das Radfahren zur wahren Freude machen. Alle reden von Feinstaub und verschmutzten Innenstädten. Vom Höllenlärm in den Großstädten reden wir erst einmal gar nicht. Auch ich lebte ca. 4 Jahre nur ca. 1 km Luftlinie von der Autobahn. Im Sommer war es so schlimm, dass ich bei geöffneten Fenster überhaupt nicht schlafen konnte. Dabei gibt es inzwischen eine Reihe von leisen Elektrofahrzeugen, die das Problem auf einen Schlag lösen könnten.

    http://www.t-online.de/auto/alternative-antriebe/id_80894020/nanoflowcell-quantino-e-revoluzzer-mit-riesiger-reichweite.html

    Aber das Elektroauto und das E-Bike werden von unserer aktuellen deutschen Regierung völlig ignoriert. Jetzt heißt es schon: „Das Elektroauto ist tot, es lebe der Diesel“. Alle reden Sie nur davon, dass viele Arbeitsplätze durch das Elektroauto bzw. die E-Mobilität vernichtet werden. Und so einen Unsinn sollen wir glauben. Dabei stellt beispielsweise die Firma Nanoflowcell eindrucksvoll unter Beweis, wie einfach heute Elektroautos mit hoher Reichweite (über 1000 km) und schnellem Tankvorgang (unter 5 Minuten) konstruiert werden können. Unsere Autoindustrie setzt völlig absurde Gerüchte in die Welt, nur um die Dieseltechnologie zu retten. Damit hat die Autoindustrie satte Gewinne eingefahren. Aber die Diesel- und die Benzintechnologie befindet sich längst auf dem Abstellgleis. Ein altes indianisches Sprichwort sagt.
    „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab“. Der Diesel ist tot – es lebe die Elektromobilität. Wir leben im Jahr 2017 und nicht 1917.

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