PodRide: Das Allwetter E-Bike…oder Auto?

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Mikael Kjellmann in seiner Erfindung
Mikael Kjellmann in seiner Erfindung

Dieses lustige Ding ist die Erfindung eines Schweden, der auch im Schneetreiben warm und sicher E-Bike fahren will. Das ideale Gefährt für Regen, Hagel und Autofahrer-Foppen.

Sometimes it snows in April. Auch in Schweden und anderen nordischen Ländern fahren Menschen gerne Rad und wissen dabei die Unterstützung eines Elektromotors zu schätzen. Nur Kälte und Feuchtigkeit trüben die Freude am E-Bike Fahren.

Das dachte auch Mikael Kjellmann, Ingenieur aus dem Östersund. Designtechnisch begabt hat der junge Schwede ein VeloMobil gebaut, dass aussieht wie ein Mini-Auto, aber unter der Stoff-Hülle ein E-Bike mit vier Rädern ist. Sein Name: PodRide.

Berg hoch mit 250 Watt Bafang Motor
Berg hoch mit 250 Watt Bafang Motor

Das kann der PodRide

Das „Auto-E-Bike“ ist wetterfest und hat jede menge durchdachte Ausstattungsmerkmale, die das Fahren unter verschiedensten Bedingungen erlauben. Die vier 20-Zoll Räder sorgen für kippfeste Kurvenstabilität und können mit Spike-Reifen bestückt werden. Das Ganze basiert auf einem von Kjellmann selbst angefertigten Aluminium Rahmen, der komplett von einer Außenhülle aus wasserdichtem Stoff überdacht ist.

Smartphone Anzeige und Bafang Display
Smartphone Anzeige und Bafang Display

In der Hülle integriert sind Front- und Heckscheinwerfer, Blinker und ein mit der Hand zu bedienender Scheibenwischer, der die beheizte Frontsichtscheibe regenfrei hält. Hinten befindet sich dazu ein kleiner Kofferraum, in dem Gepäck oder Einkäufe verstaut werden können. Optional lässt sich eine Anhängerkupplung anbringen, falls der Trailer oder Kinderbuggy auch mit soll.

Ausstattung

Im Innenraum befindet sich der Sitz mit Rückenlehne und davor die Pedale inklusive 14-Gangschaltung. Der 250 Watt Elektromotor kommt von Bafang, die Lithium-Ionen Batterie hat Saft für circa 60 km. Gesteuert wird mithilfe von links und rechts vom Sitz angebrachten Hebeln mit Bremsgriffen. Das komplette Gefährt wiegt 70 kg.

Der PodRide wiegt 70 kg
Der PodRide wiegt 70 kg

Die Spur des PodRide ist so schmal, dass auch eine Radweg-Nutzung möglich wäre. Das Gefährt ist 180 cm lang, 75 cm breit und 145 cm hoch. Ob es die Erlaubnis für die Radweg-Benutzung in Deutschland bekommen würde ist fraglich, da bis auf mobilitätsfördernde Fahrzeuge nur 1-3-rädrige Fortbewegungsmittel dort fahren dürfen.

Das Quattro-Rad ist mit Luft-Federung ausgestattet und verfügt über eine ökologisch absolut unbedenkliche Klima-Anlage: Wird es im Innenraum zu warm, öffnet man vorne ein wenig von der Abdeckung, so dass der Fahrtwind für Kühlung sorgen kann. Die CO2-Emissionen sind im Vergleich zum Verbrenner-Auto (140g/km) aber selbst zum E-Auto (70g/km) verschwindend gering. 7 g/km an CO2 stößt der PodRide aus.

Das komplette Verdeck lässt sich aufklappen
Das komplette Verdeck lässt sich aufklappen

Das wahre VeloMobil

Kjellmann hofft, dass sein Konzept die besten Elemente von Auto und E-Bike zu verschmelzen, dem VeloMobil als solches größere Bekanntheit verschafft. Denn auch wenn es schon eine ganze Reihe von drei- oder vierrädrigen Elektrorad-Gefährten gibt, scheinen diese bislang nur eine Nische an Käufer/innen anzusprechen. Ein Erklärung könnte sein, dass vor allem Trikes im Angebot sind, deren tiefergelegtes Fahrwerk für viele Menschen ungewohnt bis abschreckend ist, oder dass andere Kastenförmigen E-Bikes auch dementsprechend klobig aussahen bzw. gleich als – schwach –  motorisierter Autoersatz gedacht sind, die die Wendigkeit und fitness-fördernde Freiheit eines Fahrrads vermissen lassen.

Sein VeloMobil umgeht diese Fallen. Der Fahrersitz ist auf der gleichen Höhe wie der beim Auto, was eine gute Übersicht verschafft. Zum Ein- und Aussteigen wird das Dach komplett nach vorne aufgeklappt. Die Höhe und Belebung des Gehäuses trägt zur guten Sichtbarkeit des Fahrzeugs bei.

Vom Prototyp zum Pendler-Glück

Für die Entwicklung und Perfektion des Prototypen hat Kjellmann gut ein Jahr gebraucht, in dieser Zeit hat er seinen PodRide jeden Tag für die Fahrt zur Arbeit genutzt. Wie im lustigen YouTube Video zu sehen ist, lassen sich beim Pendeln mit dem Vier-Rad-E-Bike auch eindrucksvolle Slide-Figuren hinlegen.

Unterstützung gesucht

Angefangen hat das Ganze als ein Ein-Mann-Projekt und Kjellmann freut sich über jede Hilfe die er kriegen kann. Als Maschinenbau-Ingenieur kennt er sich mit den mechanischen und elektronischen Teilen sehr gut aus, hat aber laut eigener Aussage noch nicht viel Erfahrung mit dem Design und der Produktion von Textilien, die für die Ummantelung nötig sind.

Seine Crowdfunding-Kampagne zur Finanzierung einer regulären Herstellung hat beim heutigen Stand 1.109 Unterstützer/innen gefunden, die über 97.000 Dollar zur Verfügung stellten. Die Aktion endete im Mai 2016. Es bleibt spannend, ob und wann es das PodRide e-Bike in den hiesigen Handel schafft.

Klappt es mit dem ursprünglichen Businessplan, könnte das fertige Produkt für 2.800 Dollar zu haben sein, hofft der schwedische Ingenieur. Kjellmann plante bis dahin auch einen Bausatz verschicken zu können, so dass begabte Bastler/innen, oder solche die es werden wollen, selbst Hand anlegen können, um die Welt mit ihrem persönlichen PodRide zu entzücken.

Wer sähe nicht gerne mehr solcher Gefährte durch winterliche Landschaften flitzen?

 

5 KOMMENTARE

  1. In Deutschland sehe ich vor allem rechtliche und Infrastrukturprobleme. Auf einigen Straßen/Brücken sind Fahrräder nicht erlaubt, aber auf Radwegen wird es mit einem Velomobil auch schwer, wenn ich das richtig sehe.

    Ansonsten geiles Teil, wenn es auch etwas schräg aussieht. Ich hätte es lieber mit weniger Auto-look.

  2. Liebe Redaktion,

    woher habt ihr den dieses Wissen?
    „Ob es die Erlaubnis für die Radweg-Benutzung in Deutschland bekommen würde ist fraglich, da bis auf mobilitätsfördernde Fahrzeuge nur 1-3-rädrige Fortbewegungsmittel dort fahren dürfen.“

    Ich bitte um eine Quellenangabe.

    Vielen Dank

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