X2CITY e-Scooter BMW Motorrad

Tretroller der nächsten Generation: Der X2CITY von BMW Motorrad hat statt Bremse ein Pedal, das den e-Antrieb aktiviert und auf 25 km/h beschleunigt.

Erhältlich in Fahrradgeschäften, die der ZEG angeschlossen sind, stellt das X2CITY ein e-Zweirad der Sonderklasse dar. Hergestellt von BMW Motorrad, mit Antrieb und Steuerung von Marquardt funktioniert dieser e-Tretroller wie kein zweiter.

X2CITY e-Tretroller mit 25 km/h Spitze

Auf dem weitläufigen Gelände der Messe Friedrichshafen, rappelvoll mit Ausstellern und ihren Bikes fiel der X2CITY sofort auf. Denn auch wenn ein beachtlicher Teil der Käufer, Verkäufer und Entwicklungsteams auf der Eurobike Show Tretroller nutzt, um von Halle A1 zu Halle B7 zu kommen, war hier was Neues unterwegs. Schneller als die anderen, aber ohne unzulässigen Gasgriff. Dennoch schienen auch die Füße nie den Boden zu berühren.

Tatsächlich, auf der Eurobike sauste ein Gefährt durch die Gegend, das es so noch nicht gab. Ein Elektro-Tretroller, der mit 25 km/h unterwegs ist. Und rechtlich als Pedelec gilt. Denn der X2CITY Roller hat hinten auf der Standfläche kein Brems-, sondern ein Antriebspedal. Dieses muss man mit der Hacke antippen, damit sich die e-Unterstützung aktiviert. Außerdem setzt der Motor erst ein, wenn das Fahrzeug aus rein menschlicher Kraft auf 6 km/h gebracht wurde. In diesem Fall durch Tretroller-typisches Abstoßen mit dem Fuß. Danach kommt das Spielbein hinten aufs Standbrett und mit regelmäßigen Hackendruck ist bald die gewünschte Reisegeschwindigkeit erreicht.

Nabenmotor im Hinterrad und Pedal auf Trittbrett

Auf diese Weise ist die Voraussetzung für die Kategorisierung als Pedelec geschaffen. In der StVZO ist vorgeschrieben, dass ein Zweirad dann als Fahrrad mit e-Unterstützung zu klassifizieren ist, wenn menschliche Tretleistung für Vortrieb sorgt und der Motor mit maximal 250 Watt Dauernennleistung nur unterstützend hinzu kommt.

Eine enge Kooperation von Kettler Alu-Rad mit Marquardt ermöglichte es, den Antrieb genau auf die Anforderungen des X2CITY e-Scooter abzustimmen. Marquardt bietet seit letztem Jahr ein umfangreiches Sortiment an verschieden miteinander kombinierbaren e-Bike Antriebskomponenten an. Beim X2CITY fiel die Wahl auf einen 408 Wh Akku. Dieser  ist unter dem Standbrett zu finden, wodurch die Gewichtsverteilung schön mittig ist. Bei guten Alltagsbedingungen sind Reichweiten von 25 bis 30 km zu erzielen. Zum Laden kann der Akku entnommen werden oder im Roller bleiben. Per Magnetstecker ist er in nur 2,5 Stunden wieder auf vollem Ladestand.

Kurzerhand haben wir einen der Fahrer angesprochen, der uns das X2CITY ausprobieren ließ.

Stehend Pedelec fahren auf X2CITY e-Tretroller von BMW Motorrad

X2CITY – Angetestet

Griffe und Bremshebel fest umfasst und mit einen Fuß auf dem Brett geht es los. Im Vergleich zu anderen Rollern ist die Neuheit von BMW Motorrad mit 20 kg recht schwer, trotzdem ist schnell das nötige Tempo da. Etwas Anschub mit dem hintere Fuß, dann kann er schon hoch genommen und vors Pedal gestellt werden. Und siehe da, antippen genügt und schon rollt man, aufrecht und entspannt, durch die Gegend. Was sofort auffällt ist die enorme Schubkraft des Heckmotors. Glücklicherweise lässt sich auch beim X2CITY die Unterstützungsstufe über das Lenkerbedienteil einstellen. Insgesamt stehen fünf Stufen zur Verfügung, in denen der Pedelec-Roller jeweils auf 8, 12, 16, 20 oder die vollen 25 km/h beschleunigt.

Etwas Gewöhnung braucht es. Aber schon nach wenigen Metern und einigen Lenkmanövern ist zu merken, wie gut sich die Geschwindigkeit mit dem Fußpedal regulieren lässt. Trotz bei zu hektischem lenken ausschlagendem Vorderrad ist das Handling fein.

Die Geometrie wirkt solide und durchdacht, mit gut integrierten Schutzblechen über den breiten Luftreifen. Dazu kommen seitliche Verkleidungselemente, die ebenfalls gegen aufgewirbelten Dreck schützen sollen und farblich akzentuiert sind.

X2CITY Pedelec Roller BMW Kettler Marquardt

Leicht ist der e-Roller nicht. Dennoch bietet er sich für die Mitnahme im Kofferraum an, denn wie bei einem regulären Scooter lässt sich die Lenkstange abklappern. Schon ist das Gefährt nur noch halb so sperrig. Zusätzlich ist der Lenker höhenverstellbar, damit passt der X2CITY für Körpergrößen zwischen 160 und 190 cm. Wie lang der Reach, also der Abstand zum Lenker ist, kann flexible über die eigene Stehposition angepasst werden.

Eine Fußbremse gibt es nicht, aber schon ein leichtes Ziehen an den Bremshebeln lässt die hydraulischen Scheibenbremsen von Magura effektiv zugreifen. Ein wichtiges Extra an Sicherheit bedeutet die Integration eines Verzögerungslichts. Dieses ist mit dem Bremshebel gekoppelt. Ein Aufleuchten der roten, ins Schutzblech integrierten LEDs signalisiert ein Abbremsen.

X2CITY – Wo gibt’s denn so was?

Aufgrund seiner technischen Besonderheit – es muss ein Pedal getreten werden, damit der e-Antrieb mit schiebt, gilt der BMW e-Kickscooter als Pedelec. Daher sind weder Zulassung noch Versicherung für den Betrieb nötig. Mit dem X2CITY lassen sich Radwege befahren und Parks durchqueren – ab einem Alter von 14 Jahren.

Auch der Vertriebsweg ist wie beim e-Bike. Zu kaufen ist die Weltneuheit Pedelec-Roller nicht etwa über die BMW Verkaufskanäle, sondern über die ZEG, die Zweirad-Einkaufs-Genossenschaft. Diese beliefert hunderte an Fahrradläden. Ob der  Laden in der eigenen Nachbarschaft dazu gehört, ist zu erkennen. Wenn dieser zum Beispiel Modelle der ZEG Eigenmarken Bulls, Flyer, Kettler, Hercules, u.a. führen. Die UVP liegt bei 2.399 Euro.

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4 KOMMENTARE

  1. Schade, dann eben ein anderer Scooter um 1.000.- ich denke auch so, aber über 2.000.- € da verliert BMW den Maßstab , es ist ein Tretroller mit Motörchen sonst nichts

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