Brose e-Bike Antrieb

Brose 2018 zeigt ein erweitertes e-Bike Antrieb System mit zwei neuen Motoren für mehr Leistung und feinere Abstimmung sowie neuen Bedienvarianten.

Neuer Brose Drive S Antrieb

Für das Modelljahr 2017 stellt Automotive-Produzent Brose ein neues, stärkeres e-Bike Antriebskonzept vor. In den Umdrehungsbereichen von 60 bis 90 pro Minute gibt der Mittelmotor Drive S rund 15 Prozent mehr Drehmoment – ideal fürs e-MTB. Der neue Drive S Motor erreicht seine Spitzenleistung früher und hat eine größere Bandbreite, in der die Maximalpower zur Verfügung steht.

Der Marketingchef für die e-Bike Antriebssysteme bei Brose, Volkmar Rollenbeck, betont:

„Das neue Design garantiert eine durchgehend starke Performance unter voller Ladung, selbst auf technisch anspruchsvollen Trails.“

Dabei haben die Entwickler auch darauf geachtet, denn Antrieb möglichst harmonisch laufen zu lassen.

Gleiche Hülle, neuer Kern

Wie gewohnt ist der Brose Motor schön kompakt gehalten. Er steckt in der gleichen Behausung wie der existierende Schwestermotor Drive T, von außen sind sie nicht zu unterscheiden. Mit einem leicht nach oben versetzten Einbau ist auch diese Version platzsparend am Tretlager angebracht. Hier zu sehen in einem Hardtail e-MTB vom hessischen Mountainbike Hersteller Rotwild. Diese haben, wie die Amerikaner von Specialized, von Anfang an Brose-Motoren in ihre e-MTBs eingebaut. Charakteristisch hochkant, was größeren Bodenabstand und geschmeidigeren Übergang zum Unterrohr ermöglicht. Denn direkt oberhalb schließt der großzügige In-Tube Akku an.

Brose 2018: Rotwild e-MTB mit Drive Antrieb

Hervorzuhebendes Merkmal beim Brose Drive S Motor ist das starke Anziehen bei hohen Trittfrequenzen bei gleichzeitiger Geräuscharmut. Das Team von ElektroBike konnte den Antrieb schon ausprobieren. Im Vergleich mit dem Shimano E8000 zeigt sich der Drive S an den gleichen Passagen deutlich leiser. Die Sensorik im neuen Setup ist fein eingestellt, so dass sich technisch fordernde Abschnitte präziser angehen lassen. Insgesamt hat Brose 16 Änderungen vorgenommen, unter anderem an der Platine und in der Materialwahl.

Unverändert in der 2018er Konfiguration ist der – doppelte – Freilauf bei ausgeschaltetem Motor oder wenn die maximale Unterstützungsgeschwindigkeit von 25 km/h überschritten ist. Dadurch ist das e-MTB fast wie ein unmotorisiertes – wenn auch etwas schwereres – Mountainbike zu benutzen. Generell hat das Brose Entwicklungsteam darauf geachtet, das Fahrgefühl möglichst natürlich zu halten. Dies ist wichtig für die Erhaltung von Balance und Kontrolle.

Weil mittlerweile auch eine große Auswahl an hauseigenen Display und Batterie-Lösungen zur Verfügung steht, haben e-Bike Hersteller viele Möglichkeiten zur Individualisierung des Antriebs.

Neben dem neuen leistungsstarken Drive S Antrieb, hat Brose auch seinen Drive T Motor überarbeitet.

Neue Generation: Brose 2018 mit Drive T 1.3

In einem Review vom US-amerikanischen Magazin BikeRadar für das Specialized Turbo Levo FSR Comp. Carbon ist zu erfahren, dass die neue Version, Brose Turbo 1.3 Rx Trail, im Vergleich zum Vorgänger Turbo 1.2 ebenfalls 15% mehr Leistung bringt. Wobei der maximale Drehmoment auch hier bei starken 90 Nm liegt.

Für das Modelljahr 2018 hat Specialized die neuen Lenker-Fernbedienungen von Brose im Programm. Wo früher gar keine Anzeige war, klemmt jetzt neben der Schaltereinheit noch ein kleines Band am Griff, das die Unterstützungsstufe anzeigt. Ein Feature, das sich viele, die das Turbo Levo schon gefahren sind, gewünscht haben. Sogar eine Schiebehilfe lässt sich nun am Lenker aktivieren. Trotzdem bleibt es übersichtlich, die Bedieneinheit ist sehr unauffällig und schmal gehalten.

Ebenfalls verbessert ist die Hitzeregulierung des Motors. In seinem Inneren sind neue Thermal Pads, also Wärmefallen, auf den Platinen hinzu gefügt worden, die für eine gleichmäßige Wärmeverteilung sorgen. Zwischen dem Motor und Rahmen sind zusätzlich Hitzeableiter eingebaut, die die Wärme schneller nach außen führen.

Nach wie vor zeigt sich der Antrieb anpassungsfreundlich. So ist es bei den Specialized e-MTBs möglich, die Fahrstufen per Smartphone-App individuell anzupassen. Über die „Infinite Tune“ Funktion lassen sich maximaler Output und Spannung für jedes der drei Assistenz-Level festlegen. Weiterhin gibt es die Active Smart Mission Control, mit der Distanz oder Fahrzeit eingestellt werden und über die man bestimmt, mit wie viel Rest-Ladung man am Ziel ankommen möchte.

In der Abstimmung liegt die Kraft

In einem ersten Test von BikeRadar fiel dem Autor auf, dass der neue Brose Motor weniger aggressiv in der Beschleunigung ist, was dieser als Vorteil empfindet. Denn dadurch wird – ähnlich wie beim Fahren mit dem neuen eMTB Modus beim Bosch Performance CX Motor – das Fahrgefühl natürlicher. Die Kraft des Motors ist eher bei hohen Kadenzen zu spüren. Allerdings muss hier für technische Passagen eigenständig zwischen Trail und Turbo-Modus gewechselt werden, um Übersteuerung des Vorderrads zu vermeiden. Beim Bosch eMTB-Modus passt der Motor die Leistung automatisch entsprechend des Pedaldrucks an.

Dennoch, beide Motoren schaffen es, sowohl die Vorteile der e-Unterstützung feiner auszunutzen, als auch den Charakter eines leichten Trail-Bikes bei e-MTBs mit Brose Antrieb zu erhalten. Erreicht durch doppelten Freilauf, geringes Gewicht, kompakte Bauweise und individuellen Einstellungen. Ab September 2017 sind die neuen Motoren im Einsatz.

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4 KOMMENTARE

  1. Ich bedaure, dass anscheinend die Entwicklung zu mehr “Power” führt, weg vom Fahrrad, das hauptsächlich von dem Menschen im Sattel und nicht von einem Motor bewegt wird. Ich wünsche mir kleine Motore und entsprechend kleine Akku in einem Fahrrad, das weit unter 20 kg wiegt. Es gibt hoffentlich noch Andere, die nicht nur rasch unterwegs sein wollen, sondern auch dabei die eigene Leistung schätzen.

  2. Hallo Harald,

    das Vivax Konzept bietet einen kleinen Rohrmotor mit einem kleinen Akku. Die Unterstützung würde auch in den letzten Jahren immer weiterentwickelt. Vivax aus Wörgl bieten Nachrüstsätze aber auch Kompletträder unter 20 Kg. an. Nachteul: Aufgrund der geringen Stückzahlen vergleichbar teuer.
    Aber: Sehr speziell und individuell, keine Massenware.

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