Angetestet: Ist das SmartPed besser als ein eBike?

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Im Rahmen eines kleinen „Joyrides“ hatte ich kurz Gelegenheit, mir das SmartPed von Flykly anzuschauen und eine kleine Probefahrt zu machen. Hat der eRoller aus Italien wirklich das Zeug zum eBike-Killer?

Erst letzte Woche gab der italienische Hersteller Flykly bekannt, dass man künftig sein Produktportfolio ausbauen möchte. Neben Gadgets wie dem Smart-Light, einer Handy-Halterung mit Akku und Licht, sorgte sicherlich das SmartPed für Aufsehen. Ausgestattet mit dem Smart-Wheel im Hinterrad verfügt der eRoller eigentlich über alles, was der Großstädter für seinen täglichen Weg vorbei an den Blechlawinen benötigt.

Design – Schick aber nicht außergewöhnlich

Ganz klar: Der eRoller von Flykly ist wirklich ein schönes, kleines Gefährt. Allerdings muss man auch deutlich hervorheben, dass wir solche Designs bereits seit einiger Zeit kennen und die Optik kein Alleinstellungsmerkmal ist.

SmartPed – das intelligente Sportgerät

Das eigentliche Prunkstück des Tretrollers ist eindeutig der Motor im Hinterrad. Sämtliche Elektronik befindet sich direkt im Gehäuse des Antriebs, somit fallen schwere Akkus komplett weg. Zudem ist der von Zehus entwickelte Antrieb mit einem Smartphone koppel- und damit sehr individuell konfigurierbar. Im Gegensatz zum herkömmlichen eBike hat das Smartped keine starren Unterstützungsstufen, sondern einstellbare Schieberegler auf dem Bildschirm. Hier kann der Benutzer entscheiden, ob er lieber weiter (maximal 50 Kilometer), oder schneller (bis 25 Km/h) unterwegs ist.

Hier steckt alles drin - Der Antrieb von Zehus.
Hier steckt alles drin – Der Antrieb von Zehus.

Großer Pluspunkt ist, dass das Smartphone nicht dauerhaft mit dem Vehikel verbunden sein muss. Nach dem Einstellen kann die Verbindung getrennt werden und die veränderten Parameter werden vom System gespeichert.

Auch ist der sportliche Aspekt nicht zu vernachlässigen. Im Gegensatz zu anderen eScootern wie etwa dem Stigo muss der Fahrer durch Treten eine Eigenleistung erbringen um vom Fleck zu kommen, ein Gasgriff ist nicht vorhanden und auch nicht vorgesehen.

Pluspunkt Flexibilität

Das SmartPed wiegt gerade einmal elf Kilogramm und damit in etwa soviel wie ein Rennrad ohne Motor. Neben der normalen Variante des eRollers wird es zudem auch eine Klappversion geben. Damit lässt sich das Trittbrett teilen und der Transport des Gefährts wird um ein Vielfaches erleichtert.

Nicht für jeden Kofferaum - das "normale" SmartPed
Nicht für jeden Kofferaum – das „normale“ SmartPed

Doch auch die normale Variante ohne den zusätzlichen Klappmechanismus hat schon eine sehr hohe Flexibilität und ist gut im Alltag zu gebrauchen.

Smartphone-Anbindung bringt Sicherheit

Wer kein Smartphone besitzt kann natürlich auch so das SmartPed nutzen. Doch die Kopplung mit einem Handy bringt nicht nur ein hohes Maß an Individualität, sondern bietet auch ein großes Plus an Sicherheit.

app
Viele Features – Die App für IOS und Android.

Wird der eRoller abgestellt, kann der Nutzer mit dem Handy sein SmartPed sperren. Damit ist der Motor nahezu bewegungsunfähig und das Hinterrad ist blockiert. Da elf Kilo aber auch gut weggetragen werden können, ist zudem eine Lokalisierung über GPS möglich. Außerdem muss sich jeder Nutzer bei FlyKly registrieren um das Gefährt überhaupt benutzen zu können.

Fahrtest – Geschwind wie der Wind

Das spannende am SmartPed ist eigentlich, dass man sofort lostreten kann. Je nach Trittstärke schiebt der Motor dann entsprechend von hinten an. Bremst man nur leicht, fährt der eRoller nach lösen der Bremse einfach weiter. Drückt man die Bremse vollständig durch bedeutet das den sofortigen Stillstand. Gebremst wird übrigens mit bewährten Felgenbremsen aus dem Hause Tektro. Diese befinden sich an Vorder- und Hinterrad und bieten eine sehr gute Bremswirkung.

Der Zehus-Motor beschleunigt je nach eigener Konfiguration und Trittkraft wirklich schnell und das „Brett“ saust mit knapp 25 Stundenkilometern dahin. Insgesamt 500 Sekunden und mit nur einem Kick verrichtet der Motor seinen Dienst. Die Geschwindigkeit bleibt dabei zunächst konstant und nimmt ganz allmählich ab bis es nach maximal knapp acht Minuten nicht mehr weiter geht.

Fazit – Kleines Gefährt mit viel Potenzial

Klein aber fein - Das SmartPed von FlyKly
Klein aber fein – Das SmartPed von FlyKly

Sicherlich ist ein kompletter Eindruck nach einer sehr kurzen Nutzungsdauer nicht gegeben. Aus diesem Grund wird uns FlyKly in nächster Zeit ein Testgerät zur Verfügung stellen, welches wir über einen längeren Zeitraum auf Herz und Nieren überprüfen können.

Dennoch lässt sich trotz des sehr eingeschränkten Eindrucks eine Tendenz abgeben. Das SmartPed von FlyKly macht wirklich Spaß und ist im Einsatz für Pendler und Großstädter wahrscheinlich kaum zu toppen. Angesichts eines sehr durchdachten Antriebs und vielen interessanten Funktionen erscheint der Preis von etwa 1000€ absolut akzeptabel.

Eine Gefahr für das eBike ist das SmartPed aber sicherlich nicht, zu gering ist die Reichweite des im Antrieb integrierten Akkus. Dennoch ist der eRoller ideal für die viel diskutierte „letzte Meile“.

Weitere Informationen zum SmartPed gibt es auf der Homepage von FlyKly.

 

3 KOMMENTARE
  1. Da es sich offensichtlich um ein Kraftfahrzeug handelt und kein „Spielzeug“ ist wie ein reiner Tretroller, Skateboard usw., frage an die Runde: wo außer auf abgesperrtem Privatgelände darf man ein solches Gefährt legal benutzen?

    • Hallo Paul, im Gegensatz zu herkömmlichen eScootern besitzt das SmartPed keinen Gasgriff. Das Gefährt muss mit dem Fuß angestoßen werden und ist somit rein rechtlich dem Pedelec gleichgestellt. Genau wie das Elektrofahrrad bedarf der eRoller für die StVO-Konformität eine Lichtanlage.

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