Das E-Bike für schnelle Eleganz: MD1 im Test

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HNF HEISENBERG MD1 im eBike-News Test

350 Watt stecken in dem S-Pedelec MD1 Men von HNF HEISENBERG. Aber auch in der 25 Km/h Version ist dieses Touren-e-Bike ein durchdachter Spaßbringer.

Frontansicht MD1 Pedelec

Für schnelle Biker mit Sinn fürs Wesentliche

Der Rahmen des MD1 Men ist in Diamantform gehalten, weist aber ein paar Besonderheiten auf, die der Ergonomie zu Gute kommen. Durch das leicht nach unten versetzte Oberrohr können auch Menschen mit  kürzeren Beinen problemlos das Rad stehend in die Mitte nehmen. Von dem Namenszusatz „Men“ sollte sich keine Fahrerin abschrecken lassen. Auch dieses HNF HEISENBERG E-Bike ist nicht geschlechtsspezifisch gebaut. Aber es ist auch nur in zwei Rahmengrößen erhältlich. Wir hatten das MD1 in der Pedelec Version in Größe S/M und das S-Pedelec in Größe L/XL im Test. Mit meinen 169cm konnte ich beide gut bedienen, für den Kollegen mit über 180cm war die S/M Version zu klein. Daher hilft es, die für die eigene Körpergröße passende Ausführung schon in der Beratung zu klären. Durch den leicht gebogenen Lenker ist die Sitzhaltung moderat, allerdings musste ich meine Arme bei der L/XL Version schon ziemlich lang machen. In den von uns getesteten Modellen war der Vorbau fest, eine Anpassung des Winkels also nicht möglich. Dafür müsste das Rad noch mal in die Werkstatt, was man als Option bestellen kann.

Trotz in einem Falle engerer, im anderen gestreckterer Haltung, waren die Handgelenke gerade und die Handballen konnten auf den Griffen aufliegen. Sich gut abgestützt zu fühlen, hilft bei der Steuerung, besonders bei hohen Geschwindigkeiten und langen Fahrten, für die dieses schnörkellose Touren-E-Bike gemacht ist.

MD1 NuVinci Drehgriff SchaltungWeil Gangschaltung, Klingel und Bremse locker mit nur drei Fingern zu bedienen sind, bleibt die rechte Hand zu jeder Zeit am Lenkergriff. Als hydraulische Scheibenbremse hat die speziell für E-Bikes entwickelte MT4 von Magura entsprechend starke Bremswirkung. Links ist der Intuvia Daumensatellit schön nah am Griff angebracht, wobei bei unserem Test vor allem der Turbo-Modus zum Einsatz kam.

Komplexe Komponenten für exakte Erlebnisse

In Sachen Ausstattung ist das MD1 reduziert, aber aufs Wesentliche. Gepäckträger gibt es beispielsweise keinen. Statt dessen sind die Wingee Schutzbleche aus matt-lackiertem Aluminium äußerst robust, wie ein – nicht ganz regelkonformer – Sitztest ergab. Aber jemanden Mitnehmen, oder einen Kindersitz zu montieren, der am Träger zu befestigen ist, funktioniert hier nicht. Dafür gibt es seitlich Packtaschen-Halterungen, an die sich Gepäck mit Klick-System anbringen lässt. Diese Wahl ist vielleicht der Ästhetik geschuldet, schließlich ist das Design des Bikes auf Reduktion und klare Linien ausgelegt.

Gates Karbonriemen plus Bosch Performance Line

Bei fünf von seinen sechs Modellen hat sich HNF HEISENBERG für den Einsatz eines Riemens statt Kette entschieden. Der Gates Carbon Riemen ist langlebiger und wartungsärmer als eine Kette. Zudem sorgt die Führungsrille dafür, dass der Riemen nicht abspringt. Gemeinsam mit der stufenlosen NuVinci Getriebeschaltung, die einen Bandbreite von 380% abdeckt, kann die richtige Trittfrequenz zu jeder Zeit eingestellt werden, selbst im Stehen. In der Kombination mit dem Bosch Performance Line Antrieb ergab sich ein ziemlich harmonischer Antrieb, der aber besonders im Sport und Turbo Level Spaß macht. Dagegen fallen die unteren Stufen etwas zu stark ab.

MD1 im Test

Volle Kraft voraus mit 500 Wh im Akku

In allen E-Bike Modellen von HNF HEISENBERG stehen die vollen 500 Wh des Bosch PowerPacks zur Verfügung, der große Reichweiten ermöglicht. Vor Anstiegen muss man sich ebenfalls nicht scheuen, auch wenn das MD1 für dreckige Geländefahrten fast zu schön ist. Durch die unauffälligen Schutzbleche und die schwarzen Abstufungen von Lenker, Sattelstange und Unterrohr-Boden wirkt das Rad sehr reduziert, mehr Urban- als Touren-e-Bike. Allzu viel Dämpfung ist nicht verbaut, aber vorne sorgt die Paragon Federgabel von RockShox für das Glätten harter Kanten. Dennoch ist dieses Rad vor allem für lange Strecken oder spritzige Einlagen gebaut, in denen sich eine gewisse Steifigkeit auszahlt. Und wo ein hohes Durchschnitts-Tempo angestrebt ist. Daher haben wir auch die S-Pedelec Version des MD1 getestet.

MD1 in der S-Pedelec Version, Modelljahr 2016
MD1 in der S-Pedelec Version, Modelljahr 2016

MD1 Men als S-Pedelec

Keine 150 Meter habe ich gebraucht, um auf 45 Km/h zu kommen. Dank des stufenlosen Getriebeschaltung genügte ein leichtes Drehen des Handgelenks, um Trittfrequenz und Drehmoment des Performance Line Motors während der Beschleunigungsphase in ein optimales Verhältnis zu bringen. Aber für die vollen 45 km/h muss ganz schön gestrampelt werden, ein Tempo um die 35 km/h erwies sich als angenehm.

MD1 FrontlichtIn der S-Pedelec Variante des MD1 sind die verwendeten Leuchten anders eingestellt. Auch hier nutzt HNF die mit 80 Lux sehr hellen Supernova E3 Lampen. Aber in der schnellen Version strahlt das Vorderlicht permanent, um die Sichtbarkeit zu erhöhen. Außerdem verfügt die eingearbeitete Rückleuchte über eine automatische Bremslichtfunktion. Wie sehr sich die Dauer-Beleuchtung durch die am Akku angeschlossenen Lampen auf den Stromverbrauch auswirkt, konnten wir in unserem kurzen Test natürlich nicht feststellen.

Rücklicht MD1 Modelljahr 2016Sowohl die Position für das Rücklicht als auch der Platz für das obligatorische Versicherungskennzeichen wurden für die Modellreihe 2017 verändert. Seit diesem Jahr sind beide hinten auf dem Metall-Schutzblech integriert. So sind sie auch zu erkennen, wenn eine lange Jacke oder Gepäck den Blick auf die Sattelrückseite verdecken. Für das kommende Jahr plant HNF HEISENBERG wohl auch, den Vorbau zu verändern, damit sich der Winkel schon von Haus au auf die jeweils gewünschte Sitzposition einstellen lässt.

Fazit

Das MD1 von HNF HEISENBERG ist ein rundum stimmiges E-Bike, das als S-Pedelec Version an die Eleganz eines Silberpfeils erinnert. Entsprechend sauber sind auch Design und Antrieb gehalten. Durch die farbliche Absetzungen fügt sich der auf dem Oberrohr sitzende 500 Wh Akku gefällig ins Gesamtbild, genau wie der hochkant sitzende Bosch Performance Line Motor. E-Unterstützung und Schaltung wirken optimal aufeinander abgestimmt. Allerdings ist dem klaren Design auch das Problem des starren Vorbaus geschuldet, hier kann sich noch etwas tun. Komfortabel ist das Rad, auch wenn eine gefederte Sattelstütze bei längeren oder raueren Strecken angebracht wäre. Weil bei allen Komponenten nur Markenprodukte den Weg in das MD1 gefunden haben, ist der Preis nicht ganz niedrig. Die 25 km/h Version startet bei 3.495 Euro, je nach gewünschter Zusatz-Ausstattung, das MD1 Men als S-Pedelec kostet ab 3.830 Euro.

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