Sind E-Bike-Fahrer tatsächlich faule Socken? Wohl eher nicht!

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Eines der gängigsten Klischees in Bezug auf E-Bikes lautet, dass Pedelecs insbesondere etwas für faule Menschen ist. Denn schließlich tritt der Fahrradfahrer ja mehr in die Pedale. Dementsprechend steht auch recht schnell fest, dass der E-Bike-Fahrer eher der gemütliche Bürohengst oder die ältere Dame ist, die nicht mehr so viel Kraft aufwenden wollen oder sogar können beim Fahrradfahren. Kurzum: Pedelec-Fahrer sind meist faule Socken…Pustekuchen! Zumindest hat nun eine großangelegte Studie genau dieses Klischee als absolut haltlos enttarnt.

Pedelec-Nutzer sind länger unterwegs und fahren weitere Strecken

Mehr als 10.000 Menschen in ganz Europa haben nun an einer Studie teilgenommen, die nämlich genau dies untersucht hat. Das Ergebnis mag dabei verblüffend klingen. Denn E-Bike-Fahrer verbrauchen der Studie zufolge mindestens genauso viele Kalorien wie Fahrradfahrer – mitunter sogar mehr! Dies zumindest berichtet nun sciencedirect.com unter Berufung auf eine Studie des Transportation Research Interdisciplinary Perspectives Journal. Der dortigen Studie zufolge bringen es die Pedelec-Fahrer auf ein ähnliches wöchentliches Metabolisches Äquivalent als Fahrradfahrer. Dass dieser Wert mit 4.463 zu 4.085 auf ähnlichem Niveau liegt, hat allerdings seine Gründe.

Denn zum einen legen Pedelec-Fahrer mit einer Strecke von 9,4 Kilometern (E-Bike) beziehungsweise 8,4 Kilometern (Rad-Trips) durchschnittlich längere Wege zurück als Fahrradfahrer, die es demnach nur auf 4,8 Kilometer im Schnitt bringen. Auch die tägliche Wegstrecke spricht eine deutliche Sprache. Denn während E-Biker 8 Kilometer täglich unterwegs sind im Schnitt, beträgt dieser Wert bei den Fahrradfahrern nur 5,3 Kilometer. So zumindest das Ergebnis der Studie unter 10.000 Teilnehmern aus sieben europäischen Ländern.

E-Bike-User tatsächlich älter

Einige weitere interessante Ergebnisse der Studie allerdings bestätigten so manches Klischee. So ist der E-Biker doch eher der Ältere unter den Radlern. Denn bei der Studie brachten es die Pedelec-Nutzer auf ein Durchschnittsalter von 48,1 Jahren, während die Radfahrer „nur“ 41,4 Jahre im Schnitt waren. Interessant auch: Der durchschnittliche Body-Mass-Index lag bei den E-Bikern bei 24,8 im Schnitt, während die Radfahrer mit 23,8 demnach etwas weniger auf die Waage bringen. Zudem scheint zumindest in einem Punkt der E-Biker doch eher eine faule Socke zu sein. Denn 68 Prozent der E-Bike-Nutzer waren öfter im Auto unterwegs, während dies bei den Fahrradfahrern nur 51 Prozent waren.

Pendler wechseln offenbar eher zum E-Bike als zum Fahrrad

Auch für Städteplaner und sowie Verantwortliche im Bereich des Straßenverkehrs hält die Studie aber durchaus interessante Zahlen bereit. Denn Autofahrer und Menschen, die mit Bus und Bahn unterwegs sind, wechseln demnach weitaus häufiger zum Pedelec als zum klassischen Fahrrad. Dabei brachte die Studie insbesondere aus Dänemark interessante Zahlen zu Tage. Denn im deutschen Nachbarland reduzierten die Menschen, die aufs E-Bike wechselten, um 49 Prozent das Autofahren und um 48 Prozent das Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel. Somit sollten also vor allem Städteplaner und sonstige Verantwortliche vor allem dafür sorgen, dass eine bessere Infrastruktur für E-Biker geschaffen wird. Zudem wären sicherlich stärkere staatliche Förderungen durchaus angebracht, um noch mehr faule Socken mit günstigen E-Bikes zum Umstieg aufs Pedelec zu bewegen und für deren Gesundheit zu sorgen.

 

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