E-Bike selber bauen oder kaufen?

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Entspannung dank Retro-Fit E-Bike Umrüstung
Entspannung dank Retro-Fit E-Bike Umrüstung

E-Bike selber bauen mittels Umbausatz oder ein E-Bike vom Fachhändler kaufen? E-Bikes sind eigentlich nur Fahrräder mit einem Elektromotor und dazugehöriger Batterie. Warum nicht einfach den alten, liebgewonnenen Drahtesel selber umrüsten? Doch können Umbau-Kits es mit richtigen Elektrofahrrädern aufnehmen? Unser Ratgeber zeigt die Vor- und Nachteile.

Bei manchen Dingen bedarf es des stetigen Tropfens, der das Fass zum Überlaufen bringt: Das ist der grinsende E-Biker, der einen mühelos am Berg überholt oder das Schwitzen während der Fahrt zur Arbeit. Irgendwann kommt der Tag, an dem ein E-Bike her muss.

Erste Recherchen nach günstigen E-Bikes führen zu den üblichen Discountern. Hier gibt es bereits Räder für rund 700 Euro. Doch wirklich gute E-Räder mit vernünftigen Komponenten beginnen oftmals erst bei einem Preis von 1.500 Euro.

E-Bike selber bauen: Der Umbausatz als echte Alternative

Eine etwas andere Herangehensweise an das Thema sind sogenannte Nachrüstsätze. Hier lässt sich das vorhandene Fahrrad einfach um die fehlenden elektrischen Komponenten erweitern.

Günstige Umrüstsets (ohne Akku) gibt es bereits für 229€.

So ein Umrüst-Kit besteht in der Regel aus dem Motor und der benötigten Elektronik. Je nach Anbieter kann es sein, dass der Akku extra zu kaufen ist. Der Vorteil: Hinsichtlich des Preises und der Kapazität ist man flexibler. Ein größerer Akku kann nämlich schnell um die 500 Euro kosten.

Es stehen verschiedene Motoren zur Verfügung: Vorderradmotoren, Hinterradmotoren und Mittelmotoren. Wer sein Rad umrüsten will, sollte erst mal herausfinden, welcher Antrieb geeignet ist.

Dabei gibt es einige Dinge zu beachten: Wer beispielsweise eine Nabenschaltung im eigenen Rad hat, kann keinen Heckmotor verbauen und ein Nabendynamo etwa funktioniert nicht mit einem Vorderradantrieb. UPDATE: es sei denn, der E-Bike-Akku speist in Zukunft die Lichtanlage direkt und das Vorderrad wird entsprechend ausgetauscht. Dritter im Bunder ist der Mittelmotor. Dieser ist sehr kompromissbereit, aber verhältnismäßig teuerer, als die beiden anderen Optionen.

Einer der größten Vorteile einer Umrüstung ist das „Recycling“ vom alten Rad. Es muss weder verschrottet, noch verkauft werden, sondern erfährt eine Aufwertung. Alleine dadurch bekommen die „Umrüster“ ein noch innigeres Verhältnis zu ihrem Fahrrad. UPDATE: Zwingend notwendig kann es aber auch die Körpergröße des Fahrers machen, einen Umbau eines Rads mit großem Rahmen in Erwägung zu ziehen.

Der E-Bike-Umbau erfordert handwerkliches Geschick und technisches Verständnis.

Es gibt aber auch Nachteile: Das verstecken der Kabel ist relativ schwierig und abstehende Kabel können leicht hängen bleiben. Kabelrisse und -Brüche sind dann die Folge. Doch damit nicht genug. Ein umgebautes Rad verhält sich anders, als das Original. Denn durch den neuen Antrieb wirken nun ganz andere Kräfte auf Rad und Rahmen. UPDATE: Ein Mittelmotor kann für höheren Kettenverschleiß sorgen und der Vorderradantrieb verlangt nach einer besonders stabilen Gabel.

Größter Nachteil am Umbau ist allerdings die fehlende Garantie. Wer sein Rad selber umrüstet, kann sich nicht auf Materialfehler des Herstellers berufen. Somit sollte vorher immer überprüft werden, ob das eigene Rad einer Umrüstung wirklich gewachsen ist.

Schnelle Umrüst-Kits sind auf der Straße illegal

Wer im Internet nach Umrüstsätzen sucht, stößt schnell auf schnellere Varianten. Hierbei gilt allerdings die StVO. Diese besagt, dass elektrische Räder nur bis 25km/h elektrisch unterstützt werden dürfen. Die sogennanten S-Pedelecs fahren 45km/h schnell und sind führerschein- und zulassungspflichtig. Wer ohne Zulassung schneller unterwegs ist, riskiert teure Strafen und auch Punkte in Flensburg.

Komplette Pedelecs haben Garantie

Centurion Numinis E 600
Voll integrierte E-Bikes bietet fast ausschliesslich der Fachhandel

Verglichen mit Umbausätzen sind Fertigpedelecs wesentlich besser integriert. Die Kabel verschwinden fast gänzlich im Rahmen, genauso wie der Akku und der Antrieb selbst. Mittelmotoren von Bosch, Panasonic oder der Impulse-Antrieb erfordern besondere Rahmengeometrien, um die Zuverlässigkeit im Betrieb zu garantieren. Das macht sich auch bei einer Probefahrt bemerkbar.

Besonders günstige Nachrüstsätze zum E-Bike selber bauen verfügen über einen sogenannten Tretsensor, der lediglich misst, wie schnell der Fahrer in die Pedale tritt. Dadurch kommt es vor, dass der Motor nachläuft. Besser sind dagegen Umbausätze mit Tourquesensor. Sie messen die genaue Frequenz eurer Tritte. Im Zusammenspiel mit der weiteren Elektronik ergibt sich dann ein besonders harmonisches Unterstützungsverhalten. Die Antriebe moderner E-Bikes setzen auf diese Vielfach-Sensorik.

Günstiger E-Bike fahren

Preisvergleiche zwischen Umrüst-Lösungen und fertigen E-Bikes sind schwierig. Umbausätze gibt es schon ab rund 500 Euro inklusive Akku – allerdings mit zweifelhafter Qualität. Wer auch seinen Umbausatz von einem Markenhersteller kauft, ist etwa mit einem BionX-Antrieb schnell bei über 1.500 Euro. Addiert mit dem Restwert des Rads kommt nicht selten ein Preis heraus, welcher mit fertigen Pedelecs konkurrieren kann. Allerdings muss man dabei noch bedenken, welche zusätzlichen Risiken ein solcher Umbau beinhaltet.

Der wahrscheinlich größte Vorteil von „originalen“ E-Bikes ist die Probefahrt. Im Gegensatz dazu, kann ein Umbausatz schlecht oder gar nicht ausprobiert werden.

Fazit

Viele Angebote, um das E-Bike selber bauen zu können oder Discounter-E-Bikes reizen durch einen relativ niedrigen Preis. Doch Vorsicht ist geboten, denn nur E-Bikes vom Fachhändler bieten im Regelfall entsprechende Qualität und einen direkten Ansprechpartner. Ein Umbau dagegen macht Sinn, sofern sich die Person mit der Technik auskennt und die dadurch entstehenden Risiken selber abschätzen kann. E-Bike-Neulinge sollten in jedem Fall erst einmal eine Probefahrt machen, bevor sie sich für den Kauf oder Umbau entscheiden.

Wer Interesse an einem Umbausatz hat findet hier einige Angebote:

Wer E-Bike Probe fahren möchte, sollte möglichst vorher einen Termin beim Fachhändler vereinbaren, damit genug Zeit für die Beratung bleibt. Bequem online lässt sich eine Probefahrt beim ebike-finder.com vereinbaren.

17 KOMMENTARE
  1. Was ist das denn für ein „dünner“ Beitrag ? Wo bleibt die absolut interessante Berichterstattung über alle zur Zeit verfügbaren Nachrüst-Sätze mit Daten und gegebenenfalls Kommentaren ??? 😕Mit freundlichen Grüßen B. Müller

      • das sehe ich genau so,ich verfolge die Selbstbauer- Szene schon seit Jahren,und bin einigermaßen Informiert.Daher kann ich über solche schlappen Artikel nur mitleidig schmunzeln:-).Technisch ist vieles möglich,aber dabei hält der versierte Selbstbauer als erstes die Sicherheit im Blick.Das ein motorunterstütztes Fahrrad ein Fahrrad bleiben soll,damit wäre ich einverstanden,(pedalieren notwendig)nur die schwache Leistungsbegrenzung von 250Watt (Pedelec ) 350 Watt und mindestens 32 km/h sollten drinn sein ,und die bis zu 45km/h (S-Pedelec).Wenn schon Versicherungskennzeichen dann 50 km/h.Aber das wird hier ein Wunsch bleiben,die Amerikaner und Chinesen machen uns das vor,genau wie im Automobilsektor..Gute Nacht Deutschland!!

  2. Es gibt auch wesentlich vitalere Gründe sein Rad behalten zu wollen, nämlich den, daß man mit den üblicherweise verkauften Kinderrädern als halbwegs ausgewachsener Mensch von knapp 2m nichts anfangen kann. Da möchte man natürlich nicht auf sein maßgefertigtes und mit vielen Überstunden finanziertes 4000€ Rad nicht verzichten. Da sieht die Rechnung schon ganz anders aus und man ist auf konkretere Ratschläge erpicht, als hier niedergeschrieben. Speziell bezüglich Mittelmotor-Nachrüstung.
    Gruß,
    Müller 2

    • Das ist ein guter Grund für einen Umbau: Maßfertigung. Was für ein Rad fährst Du? Mit welchem Motor?

  3. Teilweise schlecht recherchiert!

    Einen Nabendynamo braucht man nicht mehr, man hat ja dann einen Akku der Stom liefert, also doch möglich.
    Ein Hinterradantrieb treibt das Rad direkt an, nicht die Kette! Ein höherer Verschleiß also NUR beim Mittelmotor.

  4. Umbausätze werden als kompliziert verkauft..Anbieter wie Pendix garnicht erwähnt…
    Das Fazit das das gleiche wie in all Euren Artikel…blos kein Billig-ebike..blos kein Umbau..ab zum Fachhändler und gaaanz weit auf die Brieftasche..

  5. Ein Hinterradmotor sorgt für hohen Kettenverschleiß . . .

    Das ist falsch. Die Antriebsleistung geht direkt in den Speichen und der Verschleiß reduziert sich sogar.
    Leider gibt es nur sehr wenige Hersteller die diesen fast lautlosen Antrieb verbauen. Schade!
    Am Markt sind fast nur noch Fahrräder mit Mittelmotor für maximale Unterstützung und Reichweite.
    Ein gutes Fahrrad sollte meiner Meinung nach auch leicht sein. Nicht nur für ältere Leute von Vortei. . .

  6. Als 115 Kilo Mann ist ein 250 Watt Pedelec keine gute Investition,vor allen wenn man in einer Gegend wohnt in der es viele Steigungen gibt.Die Benutzung von Radwegen, ist wegen dem meist desolaten Zustand der selben auch sehr mit Vorsicht zu sehen.Die Anschaffung eines S-Pedelecs ist meiner Meinung nach keine Alternative da es aus finanzieller Sicht (ca.30% Mehrkosten) andere Software ,leicht verbesserte Bremsen,Rückspiegel,Nummernschildhalter… 🙂 reine Abzocke ist!Die Geschwindigkeit von bis zu 45 Km/h ermöglicht auch nicht im städtischem Verkehr mit- zu -schwimmen.Der größte Hammer ist das für
    dir meisten Motoren keine Ersatzteile zu bekommen sind(Bosch,Yamaha,Brose,Panasonic,Kalkhoff)alles das gleiche,nach Ablauf der Garantie bleibt oft nur der Neukauf der mit 700-1000 Euro zu Buche schlägt(nur der Motor versteht sich!!)Und das bei einer teuren Anschaffung ab 2500 Euro bis kein Ende in Sicht,nein Danke!!Da bleibt nur der Selbstbau,mit Motoren über Amerika,oder China ,die unser Gesetzgeber natürlich als Illegal bezeichnet und jeden Selbstbauer als Diletanten hinstellt.( Um in einer Schafherde, zum vorbildlichem Schaf zu werden ,muss man als erstes selbst zu Schaf werden!!)Ride safe!!

  7. B. Müller hat absolut recht und beschreibt genau die Kritikpunkte. Wo bleiben wertvolle Infos über Antriebe und Daten? Der Beitrag ist mehr als dünn. B. Müller ( weder verwandt noch verschwägert )!

  8. ….. im Übrigen: Mein MTB ist ein Fully und hat € 4.480,- Euro gekostet. Lohnender als mit diesem Bike kann ein Umbau garnicht sein. Zeigen Sie mir ein E-Bike, das die Komponenten und Qualität hat ohne Berücksichtigung des Motores. Hier lohnt sich der Umbau aber „so was von“!!! B. Müller ( immer noch nicht verwandt oder verschwägert )!

  9. Schade, dass sich Euer Magazin so als billiges Sprachrohr der Großen Anbieter in vorauseilendem Gehorsam entpuppt. Nachrüsten mit guten Sätzen ist dann besser und billiger als Neukauf, wenn ich mein klasse Rad weiterfahren will, zB wenn der Rahmen beim Kauf auf mich konfiguriert wurde. Ich kann meinen Antrieb auf ein späteres Rad auch nach Jahren noch mitnehmen, es ist also auch sehr nachhaltig im Gegensatz zum Wegwerf-Konzept klassischer E-Bikes, die außerdem locker mal bis 25 kg auf die Waage bringen. Warum schreibt ihr hier so wenig bis nichts darüber? Zumal ich als Radler meinen Antriebe i.d.R. kostenlos updatebar halten kann über die jeweiligen Apps. Ihr zeigt den Relo im obersten Bild, ohne ihn im Text zu erwähnen – das scheint fast schon Methode zu haben und wäre echt schäbig und wohl im Sinne der Anzeigenkunden, kleine Unternehmen klein halten und noch kleiner machen zu wollen. Warum lasst Ihr euch gefühlt ganz offenbar so vereinnahmen als vermeintlich freie Journalisten? Binova Flow, Pendix, Flykly Smart Wheel, Relo, SFM usw. haben alle ihre Berechtigung in ihrer jeweiligen Nische und Ihr solltet Ihnen wenigstens die Auferksamkeit gönnen, die sie verdient haben, bevor sie wie SunStar soeben einer nach dem anderen vom Markt verschwinden, weil Ihr die Kunden entweder aus Unwissenheit oder aus anderen Motiven verunsichert. Es fühlt sich genauso an, wie wenn die Spiele des FC Bayern immer dann besonders viel Nachspielzeit bekommen, wenn die Bayern nicht sowieso schon führen, und andernfalls pünktlich abgepfiffen wird.

  10. Stimme T. Kramer in allen wesentlichen Punkten zu. Wirklich schade, dass so einseitig und unvollständig argumentiert, somit falsch informiert und damit verunsichert wird. Im Übrigen: Wo bleibt das heute immer wichtigere Argument „Nachhaltigkeit“? Sowohl was die Technik als auch was das Upcycling (nicht „Recycling“ wie oben ausgeführt) anbetrifft? Verkürzt heißt Nachhaltigkeit doch: Rohstoffe sparen und auf Zuverlässigkeit achten. Beides spricht schon theoretisch für den Hinterradnabenmotor: Wenig Bauteile, Minimaler Verschleiss, inhärrent technisch zuverlässig, jeder vernünftige und intakte Rahmen ist geeignet dafür. Und er ist so gut wie geräuschlos – auch nicht ganz unwichtig solange wir von einem Fahrrad reden. Und das tun wir doch, oder?
    S. Netzband

  11. Habe ein Bike mit 8.5 kg. Mit dem MM 15 Mittelmotor vom Schachner Akku 12 Ah zusammen 6.20 Kg. also hat mein MTB ein Gewicht von 14,7 Kg und mache in der 2. Stufe über 2000 HM und das ohne Anstrengung.
    Da frage ich mich ob sich ein Umbau nicht lohnt.

  12. Moin ,
    ich bin zunächst im Fachhandel gewesen und habe Profahrten gemacht auf diesen 4500 Euro Bikes, wirklich erstklassiges Material. Jedoch sind die Möglichkeiten, hier noch selbst Hand anzulegen im Falle einer Panne, stark eingeschränkt und die Garantie erlischt, wenn du selber was schrauben musst. Also den Fachhändler aufsuchen bei jeder Panne ? Ich entschied mich zum Umbau meines Tourenrades, sparte auf diesem Weg etwa 4000 Euro und bin innerhalb von nicht mal 3 Monaten mehr als 1100 Km geradelt mit diesem breiten Grinsen an jeder Steigung. Mein persönliches Mobilitätskonzept geht voll auf da ich mit Reichweiten von ca. 70-100 km meine gesamten Wege erledigen kann. Aus einer Unterstützung bis 25 kmh solch ein Drama zu machen halte ich teilweise für übertrieben, für dieses Tempo ist jedes Fahrad ausgelegt. Natürlich müssen die Bremsen gut funktionieren, aber das müssten sie ohne dieses Motörchen auch weil ich auch da schneller als 25 kmh fahren kann ( wenn ich noch kann ) . Sicherheit kommt an erster Stelle, egal ob mit oder ohne Unterstützung. Mein Fazit : Mein bike ist seit dem Umbau zum Pedelec ein vollwertiges Verkehrsmittel, meine CO2-Bilanz sieht erheblich besser aus und unter dem Strich spare ich einiges an Steuern, Versicherung, Benzin, Reperaturen, HU, oder Maud :-)).

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